Leseprobe aus „Tanze das Leben“

Ändere dich, dann ändert sich alles

Ich habe gelernt, dass nur ich selbst mich ändern muss, um die Welt um mich herum zu ändern. Warum sollte „um mich herum“ sich ändern! Es gibt keinen Grund für das „um mich herum“, solange ich bleibe, wie ich war – alles hinnehme, mich füge, hilflos mit den Schultern zucke, immer nur schweige zu alldem, was ich als Unrecht empfinde, mich nicht traue für mich selbst zu sprechen, mich fürchte vor dem nächsten Tag und-und-und… 

Dies war eines meiner ersten Gedichte:

 

Amazone

 Tief drinnen in mir lebt die kleine, starke  Amazone.

Jahrzehntelang gekämpft dafür, dass sie nur in mir wohne!

 

Unsicher sein, vielleicht verschüchtert?

Durch unbedachte Worte schnell ernüchtert?

Immer erpicht, den anderen zu gefallen?

Und stets beherrscht, selbst wenn Gefühle wallen?

Frechheit ertragen oder vor ihr weichen?

Nach andren schauen und mich selbst vergleichen?

Das Maß der Dinge nur woanders suchen?

Nie jemals schimpfen oder fluchen?

 

All das hat die Vergangenheit bestimmt!

All das war´s, was die Luft zum Atmen nimmt!

 

Von nun an aber kann ich zu mir stehen!

Die Welt mit meinen  eignen Augen sehen!

Leg selber Maßstab an, was gut ist, was ist schlecht!

Mach es in Zukunft einzig nur mir selber recht!

Den Rücken gerade und den Kopf erhoben!

Nie mehr vom schönen Schein betrogen!

Im Hier und Jetzt und ganz authentisch ICH!

Im Spiegel seh ich endlich MICH!

 

Denn tief drinnen in mir lebt die kleine, starke Amazone!

Und bis zum Ende geh ich keinen Schritt mehr OHNE!

 

Seitdem lebe ich sie, meine kleine Amazone. Ich lebe sie, so gut es mir möglich ist, ohne andere durch mein Handeln zu verletzen. Ich setze meine Ideen um und übernehme Verantwortung für mein Denken, Fühlen und Tun. Ich schiebe, wenn irgend möglich, nichts mehr auf – keine Pläne, keine Treffen mit Freunden und Familie. Ich umgebe mich allerdings auch immer weniger mit Menschen, von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun. Jeder einzelne Tag ist viel zu kostbar, um vergeudet zu werden. Selbst wenn kein Highlight ihn gekrönt hat, sorge ich dafür, dass mir die kleinen, wichtigen Besonderheiten nicht entgehen können. Ich schaue hin, spätestens abends in der Ruhe und finde jedes Mal etwas zum Lächeln, das ich in mein Schatzkästlein im Inneren legen kann. Das Leben hat einen viel zu großen Wert, um es zu gering zu schätzen.

Morgen kann es zu spät sein. Morgen schon könnte sich mein Lebensbuch schließen und mir bliebe dieses traurige Wissen: Ich hätte – aber ich habe nicht! Ich wollte – aber ich tat es nicht! Ich musste – und ich tat nichts dagegen.

© Petra Milkereit, 2018

Kapitel aus „Tanze das Leben – Eine wahre Geschichte gegen die Angst“

 

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