Schlagwort-Archive: Wahrheit

Jahre sind nur eine Zahl

Da steht er nun also vor ihr und sie spürt, wie ein Lächeln unaufhaltsam in ihr aufsteigen will. Er ist es tatsächlich – unfassbar! Nach fast einem Leben, das vergangen ist seit damals.

Sechszehn war sie und – um mit den Worten ihrer Mutti zu sprechen – ein hypnotisiertes Kaninchen.

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Sehnsucht und Suche nach dem Glück

Die BLUE 16 ist da!

Sie transportiert unter dem Thema

„Sehnsucht und Suche nach dem Glück“

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Sorgsam

Sorgsam

 

Geh sorgsam mit mir um, mein Herz.

Spiel nicht mit mir und meinen Gefühlen.

Was für dich Spaß, wär für mich Schmerz.

Sei echt und wahr bei deinem Zielen

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GROSSE WORTE

Große Worte, wie eine Fahne vor sich getragen,

bleiben unbestätigt beim Hinterfragen.

Luftgitarrenspiel mittels blumigen Schwalls

aus Wortgebilden bar jeden Widerhalls.

Welten gebaut mit beschwörendem Blick,

brach gutgläubig Glaubenden schon das Genick.

Manch großes Wort

ist der Wahrheit Mord.

©Petra Jähnke, 3/2015

Die Süße eines Tages

Später Nachmittag, anstehen im Supermarkt an der Kasse. Die Schlange ist mäßig lang, die Stimmung ebenso mäßig und der vorderste Kunde fingert ungeschickt in seinem Portemonnaie nach passendem Kleingeld.

Ich schaue mich ein wenig gelangweilt um und mein Blick bleibt bei den vorletzten Kunden in dieser Reihe. Sie fallen auf, oder besser ins Auge? Beide nicht mehr jung, aber auch noch nicht wirklich alt. Beide von kleiner Statur – er, sehr schmal, mit einem seltsam unter dem T-Shirt hervorragenden Bauch. Sie – nicht schmal, vielmehr ausgemergelt, das Gesicht voller Falten und Furchen, eingebrannt vom Leben, unruhige Augen.

Beide halten ihren Einkauf –  Er hat einen Beutel Kartoffeln und ein Brot im Arm, sie Margarine, 2 Sorten verschweißten Aufschnitt und… eine Tüte Hamburger Speck, diese lecker-fluffige Nascherei. ich denke sofort an meinen Papa, der es liebte, sich abends auf der Couch mit Hamburger Speck für den Tag zu belohnen und muss lächeln.

Dieses Lächeln vergeht mir blitzschnell, als ich die beiden beobachte, wie sie ihren kleinen Einkauf beschauen, leise miteinander flüstern, wie er mit einem sachten Kopfnicken auf die prachtvolle Tüte Süßigkeit hinweist und sie als Reaktion darauf noch ein wenig ausgemergelter aussieht und mit hängenden Schultern den Speck scheinbar zurücklegen will. Eine heiße Welle in mir macht sich auf den Weg zu meinem Kopf und … doch ehe ich überhaupt mein Gefühl deuten kann, das so kraftvoll auf sich aufmerksam macht, tritt er zu den beiden:

großgewachsen, tadelloser grauer Anzug, neben sich einen voll beladenen Einkaufswagen für eine Familie mit Kindern bestückt, wie man unschwer erkennen kann. Er legt der Frau, um ihren Weg zu stoppen, die Hand auf den mageren Unterarm und sagt zu den beiden:

„Dieser Euro-Schein in meiner Hand ist heute übrig. Es macht mich nicht traurig oder glücklich, ihn zu haben. Meine Familie hat jeden Tag genug zum Leben, zum Spielen, zum Naschen. Ich gebe Ihnen beiden diesen Schein, damit er das tun kann, wozu ich ihn nicht brauche: er soll Ihnen ein wenig davon geben –  von der Süße des Tages.“

Er lächelt, als er den Geldschein in die Hand der Frau mit dem Gesicht voller Falten und Furchen legt und dreht sich ab, murmelt etwas von ´vergessen´ und schiebt seinen Einkaufswagen wieder zurück zwischen die vollbeladenen Regale.

Das Paar, das nicht mehr jung ist, aber auch irgendwie noch nicht richtig alt, schaut sich ungläubig an. Sie reden leise miteinander und dann drehen sie sich um, um ebenfalls noch einmal zu den Regalen voller Überfluss zu gehen – sie gehen langsam, schauen sich immer wieder um, schütteln die Köpfe und … lächeln zaghaft.

Als sie verschwunden sind, schaue ich in die Richtung, die der Mann im grauen Anzug eingeschlagen hatte und sehe ihn, wie er vorsichtig um die Ecke des Kaffeeregals Ausschau hält nach dem Paar.

Er bemerkt, dass ich ihn sehe und er zwinkert mir strahlend zu…

© Petra Jähnke

 

Alles schwingt!

Petra

 

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KENNST DU DER SEELE TIEFSTE GEMÄCHER

Kennst du der Seele tiefste Gemächer?

In ihnen wird Verstand und Realität schwächer…

Dort tief im Verborg´nen weiß dein Inneres gut,

was deinem Körper, deinem Herz wirklich gut tut.

Dort wohnen die bildhaft  manifestierten Träume.

Dort schaffen sich Wünsche ihre eigenen Räume.

Dort wabert wie feinstes Nebelgeflecht

das Wissen um dein dir gegebenes Recht

auf erfüllende Stunden, sich öffnendes Sein –

und Gewissheit,  du bist nicht mit alldem allein.

 

Auf dem Boden der Seele ruht wohlig geborgen

das tief-menschliche Urvertrauen in Morgen.

Der Zugang ist dort zu dem Wissen der Zeit –

und die vor dir waren geben sich´res Geleit.

Ein Nachhall klingt dort von dem Wissen um Liebe.

Die Wurzel der Sehnsucht bildet kräftige Triebe.

Und mit samtweichem, dumpf-dröhnendem Ton

ruft das Herz nach des Lebens ersehntem Lohn –

Lauschst du hinein in deinen inneren Kern,

erspürst  du alles in dir – nichts ist von dir fern.

 

© Petra Jähnke

veröffentlicht 2013 in „Mitten ins Herz – Voll auf den Punkt“ im Lyrika Verlag

Alles schwingt! Petra

 

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November-Gedanken I

Der Trauermonat… in ihm liegen Feier- und Gedenktage wie Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag  und der Totensonntag, der einen Sonntag vor dem ersten Advent liegt und das Kirchenjahr beschließt. Mit dem Advent beginnt dann das neue Kirchenjahr, das Warten auf Weihnachten und die Geburt Jesu.

Gedenken an Gefallene, Verstorbene – für mich stehen diese Gedenktage für den Begriff des Abschiednehmens.

Abschied muss man als Mensch in vielfältiger Form nehmen und nicht immer betrifft es die Todesfälle in der Familie und im Freundeskreis. Der Tod ist die endgültigste Form des Abschieds, denn es bleibt einem keine Chance mehr, einem wie auch anders gelagerten „Abschied“ die Spitze zu nehmen, einen letzten Rettungsversuch zu starten.

Damit meine ich die Abschiede, die es im Leben immer wieder zu nehmen gilt: Gescheiterte Beziehungen und Ehen; Freundschaften, die sich auseinander dividieren. Ist es wirklich nicht möglich, dass sich zwei Menschen trennen, ohne einander weh zu tun? Und wenn es denn geschehen ist, dieses Verletzen-des-anderen – gibt es wirklich keine Worte wie „es tut mir leid“, „es war nicht so gemeint“ – keine Gesten, die der Trennung die Endgültigkeit und Schärfe nehmen? Die Achtung vor dem anderen, war sie nie Teil und Basis dieser wie immer auch gelagerten Beziehung?

Wir reden so unendlich oft und viel von Wertschätzung und Achtsamkeit – nur: leben wir sie auch selbst in unserem Alltag? Gehört das Verzeihen-können nicht automatisch in diese Reihe der menschlichen Fähigkeiten hinein? Wir werden mit all diesen inneren Gaben geboren, da bin ich mir sicher – mit Liebe, Verständnis, Nachsicht, Fürsorglichkeit, Nächstenliebe. Doch während wir erwachsen werden, müssen wir anderes lernen, um im Alltag dieser Ellenbogengesellschaft zu bestehen: Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Müssen wir? Gegen den Strom zu schwimmen mag anstrengend sein, aber es macht stark. Stark, um mit Menschlichkeit alle Klippen zu umschiffen.

Es gibt noch andere Abschiede in unserem Leben, die uns ganz allein betreffen, die „unsere persönlichen Abschiede“ sind. Wenn uns Krankheiten zwingen, unser bisheriges Leben zu überdenken und zu ändern, müssen wir lernen, einen Teil von uns in Liebe loszulassen.  Wenn die fehlende Gesundheit zu einem Teil von uns wird, uns einschränkt und unsere Wege umleitet, obwohl wir bisher ganz andere gingen mit viel größerer Energie – dann sind dies Abschiede, die wir in ihrer Endgültigkeit anzunehmen lernen müssen, um trotzdem ein zufriedenes Leben führen zu können.

Uns wurde nie ein Rosengarten versprochen und selbst wenn es so wäre, hätten die prachtvollsten, duftendsten Rosen zugleich die verletzendsten Dornen, denen wir tunlichst ausweichen müssten.

Der November bringt uns mit seinen grauen, kalten Tagen und der frühen Dunkelheit am Abend eine gewisse Melancholie, manchmal auch ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit oder Verloren-sein. Wer kennt diese Momente nicht…

Ganz bei sich zu sein, Vergangenes zu bewältigen, Traurigem nachzuspüren, sich von Illusionen zu verabschieden, die letzten Träume zu hegen und zu pflegen – dafür ist er die rechte Zeit, dieser November. Er geht vorüber, wie auch unsere Neuorientierung im Innersten.

Denn: Alles schwingt!

Petra, im November 2014

 

 

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