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Eisbrecher

EISBRECHER

Die Seele wie tiefgefroren,

                                             Mauern um dich herum aus durchsichtigem Eis.                                          

Du wurdest doch mal geboren

als Mensch mit Emotionen, aufwühlend –heiß!

Irgendetwas geschah irgendwann,

das ließ dein Inneres erstarren zu Stein-

und keiner von außen kann

zu dir mehr heran, geschweige herein…

Nur du kannst den Panzer zerbrechen,

nur von innen heraus schmilzt dies ewige Eis-

komm, lerne wieder zu sprechen!

Und sei es zu Anfang auch wenig und leis´.

Die Mühe, sie lohnt sich,

zu bröckeln beginnen die eisigen Mauern

und du befreist dich,

mag es auch schwer sein und dauern

Und alles in dir erhebt sich,

was dich ausmacht, dich stark macht und frei!

Da drinnen, da triffst du auf dich!

Und deine Zeitrechnung beginnt wieder neu!

©Petra Jähnke, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, 2012 erschienen im Lyrika Verlag

Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich sie selbst durchlebt habe, diese Zeit hinter eisigen Mauern.Und weil ich es am eigenen Leibe, an der eigenen Seele gespürt habe: Ich allein muss zum Eisbrecher werden, um wieder in meinem Leben anzukommen…

Denn ALLES beginnt in dir selbst, alles liegt in dir begründet.

Es ist nicht wichtig, WAS dich verstummen lässt – dafür gibt es unzählige Gründe.Tiefgreifende Enttäuschungen, Verluste, schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Krankheiten, Unfälle, eine Scheidung, ein oder mehrere Todesfälle… der Grund für das Anwachsen der Mauern um dich herum ist nicht ausschlaggebend.

Wirklich wichtig ist nur, WIE du selbst damit umgehst, wenn du sie um dich fühlst. Wenn du nicht mehr teilnimmst an deinem eigenen Leben, dann sind sie entstanden, diese eiskalten Mauern. Nein, sie sind keine Dornenhecke, wie sie um Dornröschen herum  emporgewachsen ist und die von außen durch einen edlen Prinzen überwunden werden konnte. Er wird nicht kommen, dieser Ritter auf einem prachtvollen Rappen, um dir die Arbeit des Niederreißens deiner Abgrenzung abzunehmen.

Es mag sein, du siehst ihn vor dir, durch diese glasklare Mauer hindurch – aber er kann nicht vordringen bis zu dir, wenn du nicht ganz allein dafür sorgst, dass sie Risse bekommt, dass sie abbröckelt und den Weg wieder frei macht. Deinen* Weg.

Spüre dich wieder, auch wenn es schmerzt. Nimm dir die Zeit, die du brauchst für diese Kraftanstrengung, die all deine Reserven benötigen wird. Vertraue in dich selbst. Du bist stärker, als du es je vermutet, geschweige denn gewusst hast. Stärke entwickelt sich in den dunkelsten Phasen eines Lebens und sie reift heran, wie eine kleine Pflanze, die Richtung Sonne strebt.

Mag sein, du verzweifelst manchmal an dem, was dich verstummen ließ – aber es ist dein* Leben und niemand wird es für dich leben! Nur du formst aus dieser Summe aller Lektionen deine eigene Lebensenergie.

Und nur du allein wirst sie irgendwann wieder in dir spüren: diese Lebensfreude, die dich jeden einzelnen Tag mit anderen, ganz ´neuen´ Augen wahrnehmen und genießen lässt.

Denk daran, wenn es sich wieder kalt und undurchdringlich für dich anzufühlen scheint:

Alles schwingt!

 Petra

Einen weiteren Text zu diesem Thema passend findest du hier:

http://www.petra-jaehnke.de/-g-Nun-also-wieder-g-.htm

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

SCHMERZ

nein, du wirst mir die Kraft nicht rauben

egal, wie du bohrst, wie du stichst oder brennst

nein, ich werde nie an Aufgeben glauben

auch wenn du stets da bist und mich in Wogen überrennst

nein, ich werde nie liegenbleiben

auch wenn du stark bist, alles nur noch in Grau tunkst

nein, ich lasse mich nicht zerreiben

selbst wenn du blitzende Schmerzkaskaden funkst

nein, ich werde mich dir nicht ergeben

auch wenn dir täglich eine neue Spielart einfällt

nein, selbst mit dir sind die Tage voll Leben

egal, welche neue Hürde in den Weg du mir stellst

© Petra Jähnke, 2014

Ein weiterer Text von der Thematik passend, ist hier zu finden:

http://www.petra-jaehnke.de/-g-Sorge-gut-f.ue.r-dich-g-.htm

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Es begab sich aber…

Es begab sich aber zu der Zeit,

da alle sich im Recht und Reichtum wähnten,

dass aufrechte Männer und Frauen

nicht mehr Lohn und Brot mittels

ihres Hirns oder ihrer Hände

Arbeit erwerben konnten.

Denn das Recht hatte viele Gesichter

und der Reichtum keine Heimat mehr

unter allen Dächern.

Und die Besitzer der Dächer

erschauerten bei dem Gedanken,

dass unter dem ihren

jene Gestrandeten wohnen könnten,

die aus dem großen Geldtopf des Volkes

ihr Bleiben darunter zahlen würden.

Denn auch die sich im Recht Glaubenden

misstrauten dem Recht und dem Reichtum,

die doch  für alle gelten sollten.

© Petra Jähnke, 2014

 

 

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Gefühls-Farben Teil 3

Manche Gefühlsfarben schillern in einem Rausch von Schattierungen und machen uns fast blind. Blind vor Tränen – Tränen der Freude oder Tränen des Kummers.

Kein Leben ist nur in ruhigen Gewässern verlaufen. Kein Mensch blieb verschont von den schweren Tälern, die es zu durchqueren galt. Wir alle tragen an unserem Lebensgepäck und nein, wir tragen nicht stets geduldig und entrückt ergeben an all dem!

Wir hadern mit unserem Schicksal, wir ziehen uns zurück wie ein waidwundes Tier, wir überspielen all unsere Verwundungen mit lauter und oberflächlicher Fröhlichkeit.

Jeder hat seine ganz eigene Art, mit dem umzugehen, was uns wirklich nachhaltig formt. Die Freude, das Glück, die Sternstunden im Leben sind die Sahnehäubchen, die Leckerlis für die Seele.

Formen aber tun uns die Schwierigkeiten, die Probleme und besonders die Krankheiten und Abschiede, die es zu nehmen galt und gilt.

Jeder muss sich ihnen stellen, irgendwann. Wie es dann verarbeitet wird, ob überhaupt und wann es je möglich ist, das alles macht uns zu einem Unikat.

Denn kein anderer hat dieselben Erfahrungen zur selben Lebens-Zeit gemacht wie du. Niemand hat dieselben familiären und sozialen Umstände, die gleichen charakterlich bedingten Herangehensweisen wie du.

Nur du findest in dir die Antworten auf all deine Fragen.

Vieles, was ich sagen möchte, lässt sich für mich am besten in der komprimierten Form des Gedichts formulieren. Besonders, wenn es um eine Gefühlsnuance geht, der ich durch Worte Ausdruck verleihen möchte oder aber um ein Gefühlsfarben-Feuerwerk der ambivalentesten Nuancen.

Es gilt, sich immer wieder erneut dem eigenen, veränderten Leben zu stellen und für sich selbst eine Form zu finden, sich mit dem was ist auf den weiteren Weg zu machen, um dem entgegen zu gehen, was sein wird.

 

Alles schwingt!

Petra

 

Im Herzen ein Riss

In meinen Herzen ein breiter Riss,
tiefe Narben kreuz und quer in der Seele.
Gleich einem sichtbaren roten Schmiss,
mit dessen Heilung ich mich lange schon quäle.

Als kaum hörbaren Ton in mir drin
dieses Schwingen in sattem Moll.
Und die Fragen: was macht es für Sinn,
und was all dieser Schmerz in mir soll…

Vertrauen geschenkt, doch missbraucht.
Geliebt, doch nie recht erwidert.
Vom Mahlwerk des Lebens geschlaucht.
Falsche Freundschaft, die sich angebiedert.

Leg des Nachts eine Hand auf mein Herz,
und die andere aufs Sonnengeflecht.
Atme an gegen den inneren Schmerz,
und die Wärme wiegt alles zurecht.

Der Riss durch das Herz gibt nun Ruh,
und die Narben der Seele verstummen.
Schließt der Schlaf meine Augen mir zu,
schwingt in mir ein vertrauendes Summen.

13.10.12

© Petra Jähnke, veröffentlicht in „Mitten ins Herz – Voll auf den Punkt“
10/2013 erschienen im Lyrika Verlag

 

 

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Begegnungen mit dir selbst

Es geschieht immer, wenn du mit nichts rechnest. Das Schicksal schlägt zu und es verändert sich in sekundenschnelle ALLES.
Dir Prioritäten verschieben sich
– was denn, wer soll das bezahlen? <<< rückt vollständig in den Hintergrund
– Meine überflüssigen Pfunde? Wen interessiert das noch!
– Der Stress mit A oder B? Bagatellen, worum ging es eigentlich?

Alles rückt in den Hintergrund,
– wenn dich Diagnosen treffen wie Krebs oder eine andere lebensbedrohliche Krankheit,
– wenn jemand, der deinem Herzen ganz nah ist, für immer geht
– wenn der Mensch neben dir durch Unfall oder Krankheit nicht mehr der ist, der er bisher war

Dann geht es ans ´Eingemachte´, dann geht es an deine Substanz.
Wer bist du wirklich?
Bist du im Grunde ein von Erwartungsängsten erfüllter Zauderer, der um sich herum ein Stützgerüst braucht aus Unveränderlichem, um im Leben zu bestehen?
Definierst du dich über Äußerlichkeiten oder trägt dich dein innerer Reichtum an Kraft, Lebensmut und Zuversicht?

Wenn du bis dahin nicht wusstest, WER du bist – so wirst du dich nun zwangsläufig kennen lernen. Ganz auf dich selbst zurückgeworfen kommt es zu diesen Erfahrungen, denen du vielleicht bisher gekonnt ausgewichen bist: der Begegnung mit dir selbst.
Hab keine Angst davor, du wirst überrascht sein. Denn in diesen besonderen Situationen in einem Menschenleben öffnen sich Schleusen in deiner Seele. Manches wird dich verunsichern, vieles dich verblüffen, einiges wird dich froh machen. Alles braucht seine Zeit, erst recht die Suche und das Finden vom eigenen Ich.

Alles, was dir als eine Art ´Strafe´ des Schicksals´ erscheint, wird in Wahrheit zum großen Modellierer deines Selbst. Wenn du den eigenen Ängsten ins Gesicht schaust, sie erkennst, für dich einordnest und lernst, mit ihnen umzugehen – dann hast du die erste Lektion geschafft. Denn von da an kannst du, wie mit mindestens einem Schritt Distanz, deine Verhaltensweisen ´betrachten´ und entscheiden, ob sie richtig sind und STIMMIG – für dich!

Die zweite Lektion, so habe ich es durchlebt, ist der veränderte Blick auf deine Umwelt, dein bisheriges Leben. Es ist gut möglich, dass du mit sehr viel Traurigkeit im Herzen feststellen musst: ´Dies ist nicht mehr MEIN Leben´. Diese Erkenntnis an sich hat es ´in sich´ – doch aus ihr heraus wird sich vieles verändern – in dir!

Bei all dem, was ich beschreibe, ist eines absolut nicht* ausschlaggebend: der bewusste Impuls, die Absicht der Begegnung mit dir selbst.
Das Verblüffendste an diesen Lektionen ist, dass sie einfach geschehen – in dir. Irgendwann hat sich alles in dir neu geordnet – ´es wächst sich zurecht!´ Einzig und allein ´erlauben´ musst du sie dir, diese Phasen des Wandels, diesen Blick in dich selbst.
Sei mutig! Denn es erfordert Mut, sich zu begegnen.

Doch du begegnest dabei dem einzigen Menschen, der dich versteht, der deine Gefühle kennt und der dir nie von der Seite weichen wird.
Dieser Mensch ist es wert, sich mit ihm intensiv zu beschäftigen…

Alles schwingt!
Petra

Wenn du diesem Link folgst, wirst du zu einem Text kommen, der von der „Patina des Lebens“ erzählt

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Eisbrecher

EISBRECHER

Die Seele wie tiefgefroren,

                                             Mauern um dich herum aus durchsichtigem Eis.                                          

Du wurdest doch mal geboren

als Mensch mit Emotionen, aufwühlend –heiß!

Irgendetwas geschah irgendwann,

das ließ dein Inneres erstarren zu Stein-

und keiner von außen kann

zu dir mehr heran, geschweige herein…

Nur du kannst den Panzer zerbrechen,

nur von innen heraus schmilzt dies ewige Eis-

komm, lerne wieder zu sprechen!

Und sei es zu Anfang auch wenig und leis´.

Die Mühe, sie lohnt sich,

zu bröckeln beginnen die eisigen Mauern

und du befreist dich,

mag es auch schwer sein und dauern

Und alles in dir erhebt sich,

was dich ausmacht, dich stark macht und frei!

Da drinnen, da triffst du auf dich!

Und deine Zeitrechnung beginnt wieder neu!

©Petra Jähnke, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, 2012 erschienen im Lyrika Verlag

Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich sie selbst durchlebt habe, diese Zeit hinter eisigen Mauern.Und weil ich es am eigenen Leibe, an der eigenen Seele gespürt habe: Ich allein muss zum Eisbrecher werden, um wieder in meinem Leben anzukommen…

Denn ALLES beginnt in dir selbst, alles liegt in dir begründet.

Es ist nicht wichtig, WAS dich verstummen lässt – dafür gibt es unzählige Gründe.Tiefgreifende Enttäuschungen, Verluste, schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Krankheiten, Unfälle, eine Scheidung, ein oder mehrere Todesfälle… der Grund für das Anwachsen der Mauern um dich herum ist nicht ausschlaggebend.

Wirklich wichtig ist nur, WIE du selbst damit umgehst, wenn du sie um dich fühlst. Wenn du nicht mehr teilnimmst an deinem eigenen Leben, dann sind sie entstanden, diese eiskalten Mauern. Nein, sie sind keine Dornenhecke, wie sie um Dornröschen herum  emporgewachsen ist und die von außen durch einen edlen Prinzen überwunden werden konnte. Er wird nicht kommen, dieser Ritter auf einem prachtvollen Rappen, um dir die Arbeit des Niederreißens deiner Abgrenzung abzunehmen.

Es mag sein, du siehst ihn vor dir, durch diese glasklare Mauer hindurch – aber er kann nicht vordringen bis zu dir, wenn du nicht ganz allein dafür sorgst, dass sie Risse bekommt, dass sie abbröckelt und den Weg wieder frei macht. Deinen* Weg.

Spüre dich wieder, auch wenn es schmerzt. Nimm dir die Zeit, die du brauchst für diese Kraftanstrengung, die all deine Reserven benötigen wird. Vertraue in dich selbst. Du bist stärker, als du es je vermutet, geschweige denn gewusst hast. Stärke entwickelt sich in den dunkelsten Phasen eines Lebens und sie reift heran, wie eine kleine Pflanze, die Richtung Sonne strebt.

Mag sein, du verzweifelst manchmal an dem, was dich verstummen ließ – aber es ist dein* Leben und niemand wird es für dich leben! Nur du formst aus dieser Summe aller Lektionen deine eigene Lebensenergie.

Und nur du allein wirst sie irgendwann wieder in dir spüren: diese Lebensfreude, die dich jeden einzelnen Tag mit anderen, ganz ´neuen´ Augen wahrnehmen und genießen lässt.

Denk daran, wenn es sich wieder kalt und undurchdringlich für dich anzufühlen scheint:

Alles schwingt!

 Petra

Einen weiteren Text zu diesem Thema passend findest du hier:

http://www.petra-jaehnke.de/-g-Nun-also-wieder-g-.htm

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