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Lebenszeit und Lebensuhren

Seit Jahren lebt man auf einem Grundstück, beinahe sogar unter einem Dach. Man kennt sich, weiß ein wenig voneinander, kennt die Gewohnheiten der anderen, hat teilweise eine Vorstellung davon, was die anderen für Päckchen durchs Leben tragen.

Das ist viel – viel mehr, als andernorts so manch andere von sich behaupten können.

Nicht nur Guten Tag – Guten Weg. Nicht nur dieses unwahrhaftige, floskelartige „Wie geht es dir?“, sondern wirkliches Interesse. Nein, dies ist kein Beispiel aus einem dieser anonymen Hochhäuser, in denen man niemanden kennt, der Wand an Wand lebt. Dies meint gelebtes Miteinander.

Doch wie weit geht es, dieses Miteinander… Ist da kein wirkliches Vertrauen? Hat man, wenn es dramatisch wird, trotzdem diese Maske auf, die verhindert, dass andere „zu viel“ mitbekommen? Steht da die letzte Hürde, die nie genommen wurde, einem Hilferuf im Wege, wenn doch nur dieser Ruf noch bliebe?

Da kann man noch so sehr aufeinander Acht geben, es geschieht trotzdem – dieses Horrorszenario, dass der Tod unbemerkt Einkehr hält. Nur ein paar Tage hatte er dafür, sie reichten. Und dann steht man fassungslos vor vollendeten Tatsachen, fragt sich unzählige Male: Warum hat er sich nicht gemeldet, als es ihm schlecht ging? Wenn die Kraft nicht reichte, warum keine SMS, kein Wort über Whatsapp…

Nein, es war keine „Facebook-Freundschaft“, es war reale Nachbarschaft. Man hat sich in die Augen gesehen beim Reden, hat sich seit Jahren gekannt, hat sich gefoppt, gekabbelt, Sorgen anvertraut – und dann steht man da, erschüttert und im tiefsten Inneren verunsichert, aus der Bahn geworfen.

Man gab doch Acht aufeinander. Hat sich wert geschätzt…

Und stellt nun fest, dass es Grenzen gibt, die unsichtbar und unüberwindlich sind. Dass die Lebensuhren eigenen Rhythmen folgen, vom Meister vorinstallierte Zeitpunkte beinhalten, an denen sie zum Stillstand kommen. Dass alle Achtsamkeit nichts nutzt, wenn das Lebens-Werk seine Aufgabe erfüllt hat und das Pendel leise ausklingt.

Und dann bevölkern plötzlich Menschen das Grundstück, für deren Existenz man unendlich dankbar sein kann, die man aber trotzdem nicht hätte kennen lernen müssen – nicht alle heute, nicht an diesem Tag, an dem man eine weitere Lektion zu lernen erhielt, die da heißt:

Alle Achtsamkeit verstummt vor den großen Mysterien unseres menschlichen Daseins.

Und es bleibt nur die Stille, in der man seinen Hoffnungen Ausdruck geben mag mit Worten voller Trost und Kraft…

Ruhe in Frieden, von guten Mächten wunderbar geborgen, Dirk.

Decke aus Kristall

Frostige Temperaturen, vom Himmel niedertanzende Schneeflocken –

Zeit für „Eine Decke aus Kristall“

Gestalter unserer eigenen Welt

Da liegt es nun vor uns, dieses neue Jahr, mit all seinen Chancen, Möglichkeiten, Unwägbarkeiten und Geheimnissen.

Randvoll geladen durch unsere Wünsche, guten Vorsätze, Hoffnungen und verziert von dem Wissen um die eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen.

Fragen stehen im Kreis um einen herum:

Werde ich mit dem, was ich tue, in diesem Jahr erfolgreicher werden?

Werde ich meine Hemmungen überwinden können, damit ich mehr von meinem Potenzial entfalten kann?

Werde ich das erleben dürfen, was ich persönlich unter Liebe verstehe?

Werde ich meine Gesundheit erhalten können oder sie zumindest teilweise zurückerlangen?

Wird mich mein Weg auch weiterhin durch neue Türen auf neue Wege führen und mein Leben auch in diesem Jahr reich sein auf eine ganz besondere Weise?

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Weihnacht

Immer zum Jahresende, wohl durch die Ballung der besonderen Feiertage,
bricht er wieder aus mir heraus:

Ein kleiner Teil meines „früheren“ Lebens, das mir unendlich lange zurückliegend erscheint.

Ich komme aus einem Sozialberuf, in dem ich mit kleinen Kindern und Jugendlichen zu tun hatte. Der November mit seiner grauen, trüben Dunkelheit und die anschließende Adventszeit hatten immer ihre ganz eigenen „Gesetze“.

Selbst die unruhigsten Geister wurden stiller, wollten beisammen sitzen bei Kerzenschein, Kakao und Keksen und erzählen –

warum heißt dieser Sonntag Ewigkeitssonntag oder Totensonntag?

Woher kommt das, dieses ADVENT?

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?

Es ist jetzt Mitte Dezember und ich finde, wir könnten auch „beisammensitzen“.

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Alles beginnt in Dir – Teil 2

Hab Vertrauen in deine Wege, sie werden dich sicher führen. Dein Verstand mag der Meinung sein, er allein wisse, wie du dich entscheiden musst, nur er allein gäbe die Richtung in deinem Leben an.. Höre nicht auf ihn. Er weiß nur noch nicht, was dein Herz längst weiß. Lernen zu können, ist ein Geschenk des Lebens. Es zu können, weil man genug Verstand dafür hat, weil das eigene Hirn unendlich viel Wissen speichern und aus dem Gelernten etwas Sinnvolles umsetzen kann für einen selbst, das ist ein unendlich wertvolles Gut Die schönsten und wertvollsten Lehren eines Lebens sind die des Herzens.

Im Herzen ein Riss

In meinen Herzen ein breiter Riss,
tiefe Narben kreuz und quer in der Seele.
Gleich einem sichtbaren roten Schmiss,
mit dessen Heilung ich mich lange schon quäle.

Als kaum hörbaren Ton in mir drin
dieses Schwingen in sattem Moll.
Und die Fragen: was macht es für Sinn,
und was all dieser Schmerz in mir soll…

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