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AN DER SCHWELLE

An der Schwelle zwischen Tag und Nacht,

wenn die letzten schwachen Sonnenstrahlen verlieren

gegen die unaufhaltsam aufsteigende Dunkelheit,

wenn die Bilder des Tages verblassen

im ersten Grau des Abends,

wenn die Bilder der Seele zaghaft

empor steigen in das Bewusstsein,

wenn ein Zwischenreich existiert

 – für kurze Zeit nur –

das die Spuren des Lichts vermischt

mit den Versprechungen der Nacht,

wenn ein Schweben möglich wird

von schwereloser Leichtigkeit,

wenn sich Gestern und Heute vermischen

im Übergang nach Morgen,

wenn alles sich löst, was war

und alles möglich scheint, was kommt,

dann ist dies die magische Stunde

der sich schärfenden Sinne,

um das Dunkel zu bannen und

die Zeit anzuhalten für

die Unendlichkeit

© Petra Jähnke, 2014

Foto © by Zwilling

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Des Nachts

Des Nachts, wenn alles dunkel ist

und du mit dir alleine bist,

so ganz auf dich nur reduziert,

ist´s dir da auch schon mal passiert?

Ein Karussell beginnt zu drehen

in deinem Kopf, es bleibt nicht stehen –

Gedankensplitter brausen schnell

an dir vorbei, es wird ganz hell

als gäb`s die dunkle Nacht gar nicht –

Auf jedem Bild Scheinwerferlicht!

Und dann die grausame Erkenntnis:

Dein selbst geschaffenes Gefängnis

aus Kummer, Sorgen, Angst und Pein

sucht dich schon wieder einmal heim!

Erinnerungen, Gegenwart-

Nichts bleibt dir dann bei Nacht erspart.

 

Dies: hätte-wäre-müsste-sollte –

das dann an dir vorüberrollte,

wie viele Nächte schon seit langem

hält dich erneut so sehr gefangen,

das ganz und gar unmöglich ist,

dass du es irgendwie vergisst!

Dieses Gedankenkarussell

dreht unermüdlich und sehr schnell.

                              Dann wanderst du durch´s dunkle Haus,                                  

                                    probierst diverse Dinge aus,                                          

ganz einfach um dich abzulenken –

kannst noch so sehr dein Hirn verrenken:

erst, wenn du völlig bist erschöpft,

ist´s als wenn Müdigkeit dich köpft

und du gefällt, grad wie ein Baum

fällst in den Schlaf, der ohne Traum.

 

Am andren Morgen schaut dich dann

ein Fremder aus dem Spiegel an

und stöhnend ob der kurzen Nacht

der Fremde dir auch Kaffee macht…

Jetzt lächelst du verstehend- milde?

Na fein, dann bist du ja im Bilde!

© Petra Jähnke 2011, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“ 2012 im Lyrika Verlag

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