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Auf dem nie-enden-wollenden Weg zu sich selbst

Eine Frau mit Mitte Fünfzig? Oder noch „schlimmer“: mit sechs Jahrzehnten auf dem Buckel?

Na, die hat doch das meiste an „Leben“ hinter sich, die soll mal schön in ihrer angestammten Rolle bleiben, in der ihre Umwelt sie kennt. Familie und Freunde (wenn es sie denn gibt!) haben nun einmal ein Bild von dir, Frau! Du wirst doch nicht alles ins Wanken bringen wollen, indem du dich anders verhältst, als man es von dir kannte viele Jahre?

Du wirst doch nicht deine Narben der Vergangenheit tragen wollen – und können! –  wie Auszeichnungen? Narben an Seele und Leib! Was denn, sie haben dich nicht gebrochen, nicht klein gemacht? Du bist demnach kein kleines Weibchen, dass sich hinter der Fassade der gewohnten Alltäglichkeit versteckt, das sich abfindet mit dem Status Quo und nur im stillen Kämmerlein von all dem träumt, was sein könnte, wenn…? Erstaunen löst das aus, Verblüffung und mildes, mitleidiges Lächeln der „Umwelt“: „Ach das kleine Frauchen, nun will es sich verwirklichen!“

Die eigene Mitte zu finden ist Schwerstarbeit. Es erfordert viel Selbstreflektion, noch mehr Selbst-Bewusstsein und eine gehörige Portion Lebensenergie, um aus dem Seelennebel der Vergangenheit das Maximum an positiven Erkenntnissen für sich selbst  zu ziehen… um die eigenen Gaben (und die gibt es für jeden in anderer Form) zu erkennen und ihnen dann den nötigen Raum einzuräumen.

Doch wenn frau dann spürt, dass sie tut, was sie ist – dann ist sie angekommen bei sich selbst.

Ein unvergleichlich geniales Gefühl kann es sein, wenn frau spürt, dass sie dort ist, wo sie wahrscheinlich von Anfang an hin sollte.

Im Leben schließen und öffnen sich Türen. Alte, vertraute Türen hinter sich zuzuziehen kann sehr schmerzhaft sein. Durch diese neuen, oftmals gänzlich fremden Türen hindurchzugehen ist ein Abenteuer, das völlig unabhängig ist von Alter, Geschlecht und Vergangenheit. Was zählt, ist der Moment – die Entscheidungsfindung und die umsetzende Tat. Was zählt, ist der Mut, zu sich selbst zu stehen und den Weg zu gehen, von dem das eigene Bauchgefühl sagt: er ist richtig. Denn alles ist bestimmt vom Gefühl. So verkopft wir auch sind, so pragmatisch und logisch denkend. Im Endeffekt ist Rollenfindung eine Sache des Gefühls für sich selbst. Keine Rollen mehr zu erfüllen, sondern die eigene auszufüllen mit der ganzen Persönlichkeit. Selbstfindung also als Resultat des Selbst-Bewusstseins.

Dann kann es einfach phantastisch sein, eine Frau von 60 zu sein!

Ich theoretisiere nicht mit  all dem. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage:

Lerne dich kennen, lerne dich zu schätzen und zu lieben, dich anzunehmen in deiner Einzigartigkeit. Renne keinen Traumbildern hinterher, die du eh nicht bedienen willst und kannst. Aber spiele auch keine Rolle, die dir nicht entspricht.

Sei Weib in seiner ganzen Pracht,

sei Frau mit all ihrem Können und Wissen,

sei denen Freundin, bei denen dein Herz spricht.

 

60 Jahre? Was ist das schon! Unzählige Lektionen gelernt, bereit für die, die noch kommen und voller Lebenslust und Energien! Es kann und darf spannend werden auf dem Weg Richtung Zukunft!

Vergiss nur nie: ALLES SCHWINGT!

Herzgruß von

Petra

Genug ist genug

oder das Kopfschütteln nimmt kein Ende

Aufgewacht, hochgeschreckt mitten in der Nacht. Aus einem Traum, der nichts, aber auch rein gar nichts mit diesen Assoziationen gemein hatte, die man landläufig mit Träumen verbindet. Im Gegenteil, er war einer jener Sorte, die das Herz zum Amoklauf animiert, einen regelrecht aus dem Bett zwingt und der Angstschweißströme auslöst.

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Sehnsucht und Suche nach dem Glück

Die BLUE 16 ist da!

Sie transportiert unter dem Thema

„Sehnsucht und Suche nach dem Glück“

Beiträge von

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Elektronische Post

Was für eine Freude, er hat mir wieder geschrieben! Roman, der mir schon zig-mal gemailt hat, er hätte versucht, mich anzurufen und mich wieder nicht erreicht hat! Der arme Mann, das muss ihm doch über werden, oder?

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CLOWNSSEELE

Weinen und lachen gehören zusammen,

denn diese beiden Gefühle stammen

ab von derselben Quelle.

Sie sprudeln an gleicher Stelle

gespeist durch denselben Geysir…

und dein eigener ist auch in dir.

Gehe durchs Leben mit offenem Blick,

sieh hinter jedem Pech auch das Glück.

Jede Medaille hat ihre zwei Seiten

und erkennst du diese beizeiten,

so schau sie dir kritisch an – 

dreh sie quer und bemerke klug dann,

dass nichts bremst, was so schmal doch nur ist!

Lach das Schicksal an, Optimist!

Räum die Steine dir aus deinem Weg,

und bist du gefallen, dann leg

dich nicht widerspruchslos lange hin:

Situationskomik hat ihren Sinn!

Sei ein Clown, erkenne den Witz.

Und sind auch die Scherben noch spitz,

die tief drinnen solch Schmerzen dir machen:

erlaub dir, über dich selber zu lachen!

 

© Petra Jähnke, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, erschienen 2012 im Lyrika Verlag

ALLES SCHWINGT!

Petra 

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Ich werde antworten!

 

Eine tolle Mischung Mann

In den Achtzigern des letzten Jahrtausends arbeitete ich in meinem Beruf als Erzieherin. Ich war Ende Zwanzig, ledig und ging in meinem Job voll und ganz auf. Ich hatte für den Deutschen Kinderschutzbund eine der ersten Hausaufgabenhilfegruppen Deutschlands aufgebaut, die für Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen entstanden war. Mittlerweile sammelten sich in dieser Gruppe die verschiedensten Nationalitäten wie Türken, Vietnamesen und Libanesen und die Altersspanne reichte vom Kinderwagenalter bis um die zwanzig. Wir hatten einen ungenutzten Klassenraum in einer der Schulen unseres Ortes für uns. Es wurden Hausaufgaben gemacht, aber auch gespielt, Vokabeln geübt oder einfach nur geredet und gelacht. Es gab immer ausreichend Milch, Säfte, Kekse und hin und wieder auch belegte Brote für alle, die hungrig waren… und das waren viele dieser Kinder. Meine Arbeit, die um halb eins begann, war die interessanteste und abwechslungsreichste, die ich mir vorstellen konnte.

Ach, weißt du – komm doch doch einfach mit in diese Zeit, ich lade dich herzlich ein!

Alle sind sie da: Sabine, Carsten, André, Michael, Trung, Nam und Mai aus Vietnam, Chang aus China und meine drei Mädels, wie ich sie nenne: Drei libanesische Schwestern im Alter von 16, 18 und 20 – Lina, Ferial und Suad.

Die drei können recht gut Deutsch, sie leben schon ein paar Jahre hier und sie kommen mit Erlaubnis ihrer Eltern in die Gruppe. Sie werden immer von einem ihrer Brüder gebracht, davon gibt es vier. Wenn die größeren nicht können, bringt sie eben der kleine, der stolze 12 Jahre alt ist. Ernsthaft und sich seiner Verantwortung voll bewusst geleitet er sie bis an die Eingangstür, um sie abends zuverlässig wieder abzuholen. Suad, die Älteste, ist recht schweigsam, Lina, die Jüngste, zickt und bockt, doch Ferial sprüht nur so vor Lebensfreude und Energie!

Zu unserer Unterstützung und um sein Praktikum bei uns zu absolvieren, ist ER da:

30 Jahre, Student der Sozialpädagogik, sehr groß, sehr gutaussehend (oh ja, doch! ) , dunkles Haar, gepflegter Vollbart – Freddi Börwold. Jeden Tag wird er angehimmelt von den Mädels, wenn er mit den Jungs typische Männersachen macht wie Sägearbeiten oder Karten spielen. Sechs Wochen lang erhellt er unsere Welt und wird mit weiblicher Raffinesse ausgefragt von meinen drei Libanesinnen. So erfahren wir also, dass er geschieden ist, eine kleine Tochter hat, vorher einen Handwerksberuf erlernt hat… alles höchst interessant und so aufschlussreich!

Die drei stecken oft ihre Köpfe zusammen, tuscheln, machen sich Zeichen und nicken verschwörerisch. Dann irgendwann ist es soweit: „Du, Mutterrr Jääähnke! Du bist doch so schöne Frau, blondes Haar, blaue Augen, sooo klug! Und allein…!!!“

 „Ja und, Ferial?“ frage ich und denke nur: typisch, dass sie das Wort ergreift!

Ferial schaut mit dem umwerfendsten Blick, zu dem eine 18jährige fähig ist, Freddi an. Da sitzt sie also am Tisch mit ihren Schwestern, zwischen mir und Freddi Börwold, die wir im Raum stehen und gespannt sind, was kommen wird –  und lässt ihre Augen von dem einen zur anderen  wandern mit einem unverschämt verschmitzten Lächeln!

Dann kommt die Fortsetzung: „Und du, Herr Börrrwold! So ein schönerrr Mann! Großerrr Mann! Und auch sooo allein! Schönerrr Mann, nicht wahr, Mutter Jähnke?!“

Alle drei Mädels strahlen mich an.

„Unbestreitbar, Ferial“ nicke ich ernst und schaue zu Freddi, dessen Haltung sich plötzlich sehr verkrampft. Ferial setzt nach:

„So großerrrr Mann, mit Bart! Wie Buuud Spencerrr! Ist sich Mischung aus Buuud Spencerrr und… herrje, wie ist Name? So schönerrr Mann war das! Amerikanischer Filmschauspieler! Mutterrr Jääähnke, du musst ihn kennen! Sooo schön …“

Ich zucke unwissend die Schultern und warte gebannt auf die Fortsetzung.

„Ist sich gestorben amerikanischer Filmschauspieler! Schööönerrr Mann! Nun sag schon, wie Name?“ Ferial erregt sich völlig, ringt verzweifelt die Hände und knallt es dann heraus: „Rrrock Hudsooon!“ Dabei schlägt sie sich theatralisch mit einer Hand vor die Stirn und triumphiert: „Herrr Bööörrrwold ist sich Mischung aus Buuud Spencerrr und Rrrock Hudsooon!“ Alle drei strahlen begeistert den armen Freddi an, als Ferial herausposaunt: „Sooo schönes Paar, Mutterrr Jääähnke!“

Das ist zu viel für eine arme Männerseele! Freddi, puterrot im Gesicht hinter seinem prachtvollen dunklen Bart, macht auf der Hacke kehrt, presst ein „Bin gleich wieder da“ heraus und stürmt aus dem Raum.

Totenstille. Alle anwesenden Kinder hatten fasziniert diesem Schauspiel gelauscht!

Ich kann es nicht mehr unterdrücken: mein schallendes Lachen löst die Spannung  und es kostet mich die allergrößte Selbstbeherrschung, in dieses Gelächter hinein meinen erzieherischen Pflichten nachzukommen.  Ich setze mich zu den Mädels und unter immer wieder ausbrechendem Grinsen, umringt von der gesamten Mannschaft, versuche ich bemüht ernsthaft zu erklären, dass man so etwas nicht unbedingt aussprechen sollte, weil…

Da fällt mir Ferial ins Wort: „Egal, Mutterrr Jääähnke, ich musste es sagen! Ich wäre errrstickt sonst! Wo er doch so schöne Mischung ist aus Buuud Spencerrr und Rrrock Hudsooon und du sooo schöne Frau!“ Und so gebe ich es lachend auf, aus dem Ganzen eine allgemein gültige Lehre ziehen zu wollen, hole Freddi zurück, der sich wieder gefangen hat, und als wir hereinkommen, ich ihn an der Hand hinterher ziehend, braust Applaus auf. Von da an hört er brav auf „Rrrock Hudsooon“ oder „Buuud Spencerrr“ und ich strahlend auf „Mutterrr Hudsooon“… Ein schönes Gefühl, wenn auch nur für kurze Zeit, beneidete Frau einer solch tollen Mischung Mann gewesen zu sein!

 © Petra Jähnke  2014

 

Alles schwingt!

Petra

 

 

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