Unglaublich – Ich habe graue Strähnchen?

Ich habe es noch nicht einmal selbst bemerkt, sondern wurde liebevoll-lachend auf mein Silber im Haar angesprochen.

Natürlich habe ich gespielt empört reagiert – einfach, weil es mir in dem Moment Spaß machte!

Aber wirklich etwas ausmachen? Nein, das tut es mir nicht.

Jahrelang habe ich mir Strähnchen färben lassen, weil es „chic“ aussah. Nun ist meine Naturfarbe (ein je nach Lichteinfall leicht rötlich schimmerndes dunkelblond) nachgewachsen und was geschieht?

Silbrige Seidenfädchen durchziehen es! Völlig unbeachtet von mir haben sie sich in mein Haar geschummelt, noch vereinzelt, aber dafür in großer Anzahl.

Seit Jahren muss ich mich auch damit arrangieren, dass die Fülle immer mehr zu wünschen übrig lässt, aus welchen Gründen gehört hier nicht breitgetreten – es ist, wie es ist!

Und nun schmunzle ich vor mich hin und freue mich, dass meine sich verabschiedende „Löwinnenmähne“ als Ausgleich für mangelnde Masse immerhin ein naturgegebenes Farbenspiel hervorzaubert!

Es gibt so viel Schlimmeres als ein paar graue Haare, nicht wahr? Auch die Aufzählung eines Schreckensszenarios erspare ich mir; wir alle kennen unzählig Grausameres, als Silber auf dem Kopf zu haben.

Die Zeit ist ein wunderbarer Künstler – im Frühling sprießt es in zartem Grün um uns herum, im Herbst malt sie die Blätter in den schönsten Farben bunt. Warum soll sie nicht auch an mir – an uns  – ihren Einfallsreichtum und ihre Meisterschaft beweisen?

Wie ein guter Wein, der alle Zeit der Welt braucht, um zu voller Fülle heran zu reifen, so reifen auch wir.

Ich trage dieses Silber mit Gelassenheit. Es gab schon so viel Schwereres zu tragen – warum sollte ich mir deswegen Gedanken machen? Vielleicht gramgebeugt durchs Leben schleichen und mir aus Frust die Haare raufen, die es eh verdient haben – jedes einzelne – mit liebevoller Hingabe gehütet und gepflegt zu werden?

Nein! Ich wechsle nun also in den Bereich der Edelmetalle über – es ist gut so! Um im Bereich meiner vielgeliebten Wortspielereien zu bleiben (denn eine Handvoll lieber Freunde nennt mich angelehnt an den Titel meines ersten Gedichtbandes KOI):

So wie es bei den Gorillas den „Silberrückenmann“ gibt, dem uneingeschränkter Respekt entgegengebracht wird, so gibt es eben nun eine Silberkopf-KOI, mit Sicherheit ungemein wertvoll und einzigartig in ihrer Art  🙂

 

Zwinkernde Grüße!

Petra