Archiv der Kategorie: Selbsterkenntnis

Im Herzen ein Riss

In meinen Herzen ein breiter Riss,
tiefe Narben kreuz und quer in der Seele.
Gleich einem sichtbaren roten Schmiss,
mit dessen Heilung ich mich lange schon quäle.

Als kaum hörbaren Ton in mir drin
dieses Schwingen in sattem Moll.
Und die Fragen: was macht es für Sinn,
und was all dieser Schmerz in mir soll…

Vertrauen geschenkt, doch missbraucht.
Geliebt, doch nie recht erwidert.
Vom Mahlwerk des Lebens geschlaucht.
Falsche Freundschaft, die sich angebiedert.

Leg des Nachts eine Hand auf mein Herz,
und die andere aufs Sonnengeflecht.
Atme an gegen den inneren Schmerz,
und die Wärme wiegt alles zurecht.

Der Riss durch das Herz gibt nun Ruh,
und die Narben der Seele verstummen.
Schließt der Schlaf meine Augen mir zu,
schwingt in mir ein vertrauendes Summen.

(veröffentlicht in „Mitten ins Herz – Voll auf den Punkt“, 2013

Alles schwingt – Petra

Der Quälmäkel

Kennt jemand von Euch auch einen? Wen, fragt ihr? Kann doch nicht sein, dass der nur bei mir sein Dasein fristet und sein Unwesen treibt!? Den Quälmäkel meine ich!

Er ist immer dann anwesend, wenn irgendjemand in eurem Umfeld nur herummäkelt, wenn ihm dies nicht passt und jenes schon mal lang nicht!

Und wenn eh alle nur blöd sind, nichts verstehen, keinen Geschmack haben und keiner ihm was recht machen kann.

Diese Mäkelei kann einen kirre machen! Da wird sich beklagt, wie schlecht es einem doch ginge – da wird bekrittelt, egal was man auch geleistet hat! Meckern ist ebenso sein Erkennungsmerkmal wie Dauernörgeln.

In feineren Kreisen werden diese Unsitten mit dem Wort beanstanden umschrieben, noch hübscher ist allerdings monieren. Monieren klingt nach Monokel im Auge und führt einen Hauch von Adel mit sich. Die oberen Zehntausend bemängeln oder kritisieren maximal etwas, sie mäkeln selbstverständlich nie.

Nichtsdestotrotz können solche Miesmachereien jeden quälen, der ihnen schutz- und hilflos ausgesetzt ist! Ein Quälmäkel hat kein typisches Erscheinungsbild. An der Optik ist er nicht auszumachen. Er entlarvt sich allerdings selbst, wenn er seiner liebsten Beschäftigung fröhnt, dem dauerhaften Miesmachen, die er in Gestalt eines Menschen deines Umfelds ausführt.

Quälmäkel müssen auf diesen wunderbaren Erdenrund gestoßen sein im Rahmen eines Meteoriteneinschlags oder sie waren vor Menschengedenken Teil einer Invasion. Möglicherweise haben sich Außerirdische dem Befall durch Quälmäkel auf diese Weise entzogen: kurze Landung auf der Erde, alle Mann raus aus dem Raumschiffen und des Quälmäkelbefalls entledigt!  Da kann man nur spekulieren!

Ein Quälmäkel an sich ist ohne ansprechende Form, eher kann man sein wahres Erscheinungsbild  vergleichen mit einer Amöbe. Er schlüpft unversehens in eines deiner Familienmitglieder oder einen Arbeitskollegen und sofort schlägt die Stimmung um: plötzlich ist alles falsch etc. pp.

Hinter vorgehaltener Hand wird als einzig wahre Vertreibungsaktion ein Vorgehen wie folgt angeraten:

Wenn man sich sicher ist, mit einem vom Quälmäkel Befallenen konfrontiert zu sein, hilft angeblich nur, den Betreffenden völlig perplex zu machen mit der Konfrontation der Enttarnung!

Ein lautes „Ich habe dich erkannt, du Quälmäkel! Fahre aus und kehre nie zurück!“ soll schon zu lautem, verblüfftem Lachen geführt haben, auf Grund dessen der Quälmäkel tatsächlich das Weite suchte!

So rufe ich euch auf, die ihr ihn ebenso kennt wie ich:

Kämpfen wir gemeinsam gegen diesen miesepetrigen Befall aus dem All, diesen missbilligend Unwilligen und rüde Rügenden!

Denn: ALLES SCHWINGT!

Herzlichst, Petra

 

 

 

 

 

 

Ostern in unserem Leben

Das christliche Osterfest ist die Feier der Auferstehung Jesu.

Ostereier stehen für den Sieg des Lebens über den Tod, für Reinheit und Fruchtbarkeit. Doch dies soll keine Abhandlung werden über christliche Bräuche, deren Ursprung und deren Verknüpfung mit heidnischen Symbolen.

Ostern kann im Leben eines jeden von uns eine ganz besondere Rolle spielen.

Ostern im Sinne von Neubeginn, Aufbruch und Sieg des Lebens.

Wenn wir ganz unten waren, ohne Hoffnung auf Besserung, wenn wir uns so richtig fühlten wie vom Leben vergessen oder zumindest übersehen – dann haben wir gemeint, es gäbe kein Morgen mehr.

Gründe dafür gibt es genug, mehr als hier aufzählbar sind. Einige davon sind Existenzangst, der Verlust unserer großen Liebe, Abschied nehmen zu müssen für immer, schwere lebensbedrohliche Krankheit…

Durch diese Seelentäler zu gehen ist zermürbend, es ist kraftraubend, es macht mutlos und solche Lebensphasen sind die härtesten Lektionen eines Menschenlebens.

Sie jedoch durchgestanden zu haben, an ihnen gereift zu sein und nicht zerbrochen, dank ihnen ganz neue Seiten an sich selbst entdeckt zu haben – das sind die Momente des Neubeginns und des Aufbruchs in eine andere Lebenszeit.

Ich meine es genau so, weil ich es jahrelang erlebt habe. ich kenne diese Täler, die dunklen Stunden, die Selbstzweifel, die Verzweiflung, die Angst vor dem, was kommen mag.

Und weil sie kamen – diese neue Zeit, dieser neue Lebensmut und dieser neue Anfang.

Mein OSTERN hat seine eigene Wertigkeit in meinem persönlichen Leben, denn das Öffnen neuer Türen, die neuen Wege angefüllt mit neuer Kraft waren zeitlich ganz eng verbunden mit dem Osterfest.

Seitdem feiere ich an Ostern auch immer meinen Neubeginn, meinen Neustart auf neuen Wegen, mit neuen Gedanken, neuer Triebfeder im Inneren und einem völlig veränderten Blick auf die Welt.

Allen ein frohes, weil liebevolles, gesundes und ja – auch ein gesegnetes Osterfest.

Herzlichst,

Petra

 

Das Foto zeigt die Kirche in meiner Geburtsstadt Glückstadt an der Elbe.

Form-Frau

Form-Frau

Ich form´ mir ´ne Frau!

Das denkst du! Genau?

Eine, die schick ist-

Genauso wie du´s bist…

Ohn´ Fehl und Tadel,

gern von altem Adel.

Gut zehn Jahre jünger,

so´n echter Bringer!

Sexy und reich,

die Haut noch ganz weich.

Das Haar eine Pracht,

aktiv in der Nacht.

in der Küche ´ne Eins,

Gehirn lieber keins!

Mit oben recht viel,

Benehmen und Stil.

Die Beine ganz lang,

obendrein schlank.

NEIN ist ein Fremdwort,

begeistert für Sport.

Ein gefügiges Wesen,

verursacht kaum Spesen!

Doch diese Traumfrau,

das weißt du genau,

stünde auf ´nem Podest-

klug, wenn´s formen du lässt!

   © Petra Jähnke

Fotografie: Yvanka Yvuschka

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Zwiegespräch mit mir selbst

Zwiegespräch mit mir selbst

Mitten in den alltäglichsten Geschäftigkeiten meldet es sich plötzlich: mein innerstes Ich.

Während allerhand Banalitäten zu erledigen sind oder auch konzentriertes Arbeiten angesagt wäre.

 Dann fühlt es sich animiert, wodurch auch immer, unvermutet das Wort an mich zu richten! Es ist  – wie erwähnt –  mein innerstes Ich, beileibe nicht mein zweites! Denn ich bin nun mal ich.

Manchmal das äußere, manchmal das innerste… aber stets ICH.

Nun gut, es drängt sich dann in den Vordergrund, dies Innerste und fragt mit vorwurfsvoller Stimme:

Sag mal, was mach ich da eigentlich gerade, hää? Finde ich nicht selber blödsinnig, was ich da  tue????

Uppssss!

Das durchfährt mich jedes Mal aufs Neue wie ein Blitzschlag! Mitten im Tun erstarrend lausche ich fasziniert, was denn noch käme von Innersten….aber es kommt nichts!

Aha! Das ist typisch, mal wieder einen Brocken vor die Füße geworfen, so ganz im Sinne von:

Friss oder stirb!

Ich kenne mein Innerstes recht gut, wir müssen schon seit Ewigkeiten miteinander auskommen…

Also innehalten mit der äußeren Aktivität, atemloses Hineinhorchen ist angesagt!

Leere….ach herrje…!

Leise aufsteigende Panik: ja, kenne ich mich so wenig selbst? Warum kam denn diese warnende, maßregelnde innere Stimme?

Keine Zeit zum tieferen Nachforschen, Dringlichkeiten fordern ihr Recht, weiter machen mit diesem grummelnden, nörgelnden Innersten tief drin.

Eindringlich beschwichtigende Besänftigungsformeln in dessen Richtung und von dort nur spöttisches Kopfschütteln und überhebliches Zurücklehnen.

Oh wie ich das hasse, dieses zwiespältige Durch-den-Tag-kommen!

Dann endlich Zeit, mit mir selbst ins Gespräch zu kommen:

  • So…nun ist Ruhe, also was war denn schon wieder, was gab es zu bemängeln an meinem Tag?

Lächerlich, mich DAS zu fragen, also wirklich…ich hätte mir mehr Durchblick zugetraut!

  • Lass bitte dieses besserwisserische Getue! Sag frei heraus, was mich gestört hat!

Gestört? Nichts! Unpassend war das alles, nicht harmonisch im Einklang mit mir.

  • Im Einklang…aaaaaahja! Ist es denn so schlimm, wenn ich mal Dinge übernehme, die mir nicht ganz liegen? Ich habe es tun müssen, weil es kein anderer sonst täte.

Hilfe, das kann ich schon auswendig! Andere sind mir zu wichtig, ich sollte das endlich mal lernen, begreifen, ändern.

  • Zeit des Zurückschauens, des Reflektierens.
  • Resümee ziehen ist angesagt. Aber dafür bedarf es des Blickes nach innen, nicht wahr?

Völlig richtig! Nur was, wenn ich nach innen schaue und keiner ist da? Weil ich mal wieder „aushäusig“ bin wegen „Sachzwängen“, hm?

  • Ich bin immer anwesend, ich bemerke mich nur nicht. Ja wie denn auch, wenn um mich rum die Stürme toben!

Vielleicht sollte ich hin und wieder Deckung suchen vor ihnen, diesen fremdbestimmten Stürmen. Vor diesem Wotan und seiner wilden Horde, die immer angestürmt kommen, wenn ich am wenigsten damit rechne.

  • Welch kluge Entscheidung! Und ich sollte nicht alle dümmlichen Bemerkungen an mich ran lassen. Sie verursachen nur diffuses Unwohlsein und ich muss dann erst langwierig in mir herum suchen, was mir nun schon wieder auf der Leber liegt.

Wohl wahr, weiseste der Weisen… So viel Lebensklugheit und so wenig Gebrauch von ihr!

 

Und dann sitze ich da, grinse vor mich hin und denke:  

also mal ganz ehrlich, mit mir unterhalte ich mich am liebsten:-)

 

Alles schwingt! Petra

 

 

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