Archiv der Kategorie: Gefühle

Ganz sachte aber lacht mein Herz

An manchem Tage weint mein Herz.

Es weint um verloren gegangene Illusionen,

um schmerzlich vermisstes, das einmal war

und sich auflöste in einem zarten Tanz

aus verwehenden Schleiern, ohne jedwede Spur.

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Kopf-Körper-Herz

Kopf- Körper- Herz

 

Ein neuer Tag erwartet mich –

Ich such das Glück, ich suche DICH!

 

 Ja! Du da, ja du sprichst mich an,

weil ich mit dir toll reden kann!

Mein Kopf sagt ja, doch reicht das nicht

Für „jeden Morgen dein Gesicht“!

 

Mein Herz öffnet die Arme weit,

wenn es dich sieht! Ich strahle breit!

Ich kann dich echt verdammt gut leiden,

doch trotzdem wird nichts aus uns beiden.

 

Und du, du sprichst den Körper an,

vielleicht für eine Nacht „mein Mann“-

mehr könnt es nie und nimmer werden,

bei dir, da kann ich mich nicht erden.

 

Kopf, Körper, Herz, sie alle drei

müssen in Flammen stehen bei

dem „einen rechten DU“ für mich-

Drum wart ich weiterhin auf DICH!

©Petra Jähnke 2011

veröffentlicht 2012 in „Der Koi (an) der Küs(s)te – Lyrische Gefühlsgeschichten in der Sprache des Herzens“

Dies war eines meiner allerersten selbsterstellten Videos in 2011 auf meiner ersten Webseite petra-jaehnke.de.tl

Die Bilder sind alle noch selbst gemacht und ich habe mir echt wahnsinnig Mühe gegeben dabei 🙂 Wenn ich es heute sehe, muss ich schmunzeln und freue mich darüber, was ich alles gelernt habe in den vergangenen Jahren.

Denn: ALLES SCHWINGT!

Herzlichst, Petra

 

Vom ersten Eindruck und möglichen Überraschungen

Sie war nach Berlin gefahren, um ihre Freundin zu besuchen und bei der einige andere herzensnahe Mädels zu treffen. Und sie hatte ihren Koffer vollgepackt mit Büchern! Ihren eigenen Büchern!

Der bis dato zurückgelegte Lebensweg war alles andere als einfach, fröhlich, problemlos oder voller Gesundheit gewesen. Und nachdem sie die Fünfzig – eine Fünf mit ´ner Null,  unglaublich! – hinter sich gelassen hatte, begann sie zu schreiben. Doch diese Tatsache soll hier nicht das Thema sein.

Eines Abends im Garten des Hauses, wo sie zu Besuch war, wurde eine Lesung organisiert. Ihre Freundin hatte eingeladen zur Gartenparty plus Lyrik und es kamen ca. 20 Menschen. Gartenbänke und –tische standen arrangiert auf dem Rasen und in einer kleineren „Strandecke“ mit feinem Sand und einem Strandkorb versehen, stand sie mit ihren Büchern in der Hand. Sie las, sie erzählte dazwischen und sie war ganz bei sich. Voller Freude, dort im Sonnenschein zu stehen und ihre eigenen Gedichte vortragen zu können.

Einer der Gäste hatte sie, bevor die Lesung begann, gefragt, ob er filmen dürfe. Ok, wenn es denn privat bleiben würde, ja.

So weit, so gut.

Er filmte fleißig und er sah sie an, wie sie da im Sand stand und von Gefühlen las, als ob er gänzlich fokussiert auf sie sei. Ihre Freundinnen nahmen sie in der Pause beiseite und flüsterten etwas von „wie hypnotisiert“ schaue er und ähnliches und sie lachte, winkte ab und hatte es sofort wieder vergessen.

Doch dann, die Lesung war vorbei und sie saß zufällig neben dem Hobbyfilmer, kam es zu der absoluten Verblüffung dieses herrlichen Abends.

Er saß neben ihr, schaute immer noch wie fasziniert und sagte folgendes zu ihr:

Also, als ich dich bei der Ankunft hier im Garten das erste Mal sah, dachte ich „nun ja, eine leicht ältliche Frau, Durchschnitt, keines weiteren Blickes wert“

Doch als du da gestanden hast, barfuß im Sand, und begonnen hast zu lesen, zu erzählen, jeden dabei anzuschauen, Reaktionen aufzufangen und auf sie einzugehen, da dachte ich nur:

„Wow! Was ist das?! Was für eine großartige Frau! An dir im Alltag vorbei zu gehen, kann nur heißen, einen erstaunlichen Menschen übersehen zu haben.“

Er schaute immer noch recht ungläubig, bis sich die Runde langsam spät nachts auflöste und beim Abschied sagte sie zu ihm:

„Der erste Eindruck kann oft falsch sein, denn wir legen vorschnell unsere eigenen, vorgefertigten Maßstäbe an Menschen an, ohne ihnen eine Chance zu geben“.

 

Danach saß sie mit ihren Freundinnen beisammen, plauderte, alberte – und war im Innersten doch mehr berührt von dieser Äußerung, als sie zugeben mochte.

Als Ruhe eingekehrt war und sie allein war mit dem Sternenhimmel, dachte sie lächelnd nur eines:

„Wow! Ich bin mehr, als ich selber von mir wusste…“

 

Und seitdem weiß sie: ALLES SCHWINGT!

© Petra, 26.04.2016

 

 

 

 

 

Energieräuber und andere heimlich Andockende

Es gab Jahre, da fiel es mir noch nicht auf – da hielt ich dieses Suchen der Nähe zu mir und dieses Ausbreiten von Seelenbefindlichkeiten für Freundschaft, für wahres Interesse an mir.

Ich lebte in dem Glauben, dass sich alles ausgleicht, dass es ein Geben und Nehmen sei – einfach deshalb, weil ich es selbst so empfand und voraussetzte; weil ich gar nicht anders denken konnte.

Irgendwann kam die Phase, in der ich mich seltsam leer zu fühlen begann. Was der Grund dafür sein könnte, erschloss sich mir nicht sofort – ich bin in vielerlei Hinsicht ein „langsamer Brüter“.

Weiterhin war ich da, so gut ich es sein konnte. Mit dem Telefon am Ohr, mit einem Becher Kaffee Aug in Aug, bei ewig langen Mails, die es zu lesen galt und zwangsläufig auch zu beantworten.

Neue Menschen kamen hinzu und mein Kreis erweiterte sich unmerklich.

Jeder mit neuen Sorgen behaftet, mit schweren Schicksalsschlägen kämpfend, seine Altlasten sortierend, neue Ziele suchend, alte Kräfte mobilisierend…

Und dann kam der Zeitpunkt, als es mir bewusst wurde, warum ich mich so unendlich leer fühlte.

Ich war leer! Wenn mich derartige Erkenntnisse überkommen, entstehen als erste Reaktion meist Gedichte, so wie dieses hier:

 

Geben ohne Nehmen 

Bin so alle vom Geben,

vom hinein-fühlen in dein Leben.

Bin so leer vom Erspüren

und dem tief dich berühren.

Bin so ohne jede Kraft,

mich hat das Geben geschafft.

Brauche Zeit zum neu finden,

neue Stärken zu ergründen.

Suche die Quelle für mich,

die ich grad war für dich.

Bin so leer, wer tankt auf?

Komm, ich warte nur drauf…

Niemand kann ununterbrochen Energien an seine Mitmenschen weitergeben. Alles braucht sein Maß, denn wer geben will/soll/möchte, muss unter allen Umständen irgendwo auftanken können!

So schaute ich also mit verändertem Blick auf sie, diese Menschen, von denen ich annahm, zwischen ihnen und mir sei ein Ausgleich da…

Ich schaute oft ohne Erfolg. Diese Erkenntnis schmerzte in vielen Fällen. Sie schmerzt auch heute noch, wenn ich bei so manch einem/einer dieselbe Lücke entdecken muss.

Bleib doch entspannt, sage ich mir dann meist. Es muss nicht zu 100% dieses Auftanken möglich sein.

Aber 50% reichen nicht, um all das aufzufüllen, was man aus vollem Herzen und mit aller Aufrichtigkeit zu geben bereit ist.

 

ich habe schon einmal über viele Jahre mich selbst aus den Augen verloren und diesen Fehler möchte ich keinesfalls in einer so ausgeprägten Art und Weise wiederholen.

Wenn es stets nur wichtig ist, wie sich andere fühlen und man selbst nicht nur in die zweite Reihe tritt, sondern vollständig abhanden kommt, dann spätestens muss man die Reißleine ziehen.

Dieses heimlich-Andocken ist auch eine dieser perfiden Formen der Einseitigkeit im Zwischenmenschlichen. Angedockte lassen sich dann auch gerne ziehen, quasi wie von einer Lokomotive, die mit aller Kraft dem vermeintlich Schwächeren ziehenderweise durch dessen Leben hilft.

Es gehören auch diejenigen dazu, die ganz selbstverständlich erwarten, im Fokus zu stehen. Also immer ein Recht hätten beachtet, beweihräuchert und bemitleidet zu werden.

 

Die Welt ist voll von Energieräubern.

Man sieht es ihnen nicht an, das macht es umso schwieriger, sich vor ihnen in Acht zu nehmen.

Aber das eigene Bauchgefühl sagt sehr früh seine Meinung. Es grummelt, es mäkelt und wir schieben es beiseite, weil wir nicht hören/spüren/ahnen wollen, was sich da so dezent wehrt in uns.

Ich höre und spüre viel mehr als früher  auf MICH. Und es geht mir dadurch um einiges besser!

Alles schwingt!

Herzlichst, Petra

 

 

 

Unglaublich!

Unglaublich… ich habe graue Strähnchen?

Ich habe es noch nicht einmal selbst bemerkt, sondern wurde liebevoll-lachend auf mein Silber im Haar angesprochen.

Natürlich habe ich gespielt empört reagiert – einfach, weil es mir in dem Moment Spaß machte!

Aber wirklich etwas ausmachen? Nein, das tut es mir nicht.

Jahrelang habe ich mir Strähnchen färben lassen, weil es „chic“ aussah. Nun ist meine Naturfarbe (ein je nach Lichteinfall leicht rötlich schimmerndes dunkelblond) nachgewachsen und was geschieht?

Silbrige Seidenfädchen durchziehen es! Völlig unbeachtet von mir haben sie sich in mein Haar geschummelt, noch vereinzelt, aber dafür in großer Anzahl.

Seit Jahren muss ich mich auch damit arrangieren, dass die Fülle immer mehr zu wünschen übrig lässt, aus welchen Gründen gehört hier nicht breitgetreten – es ist, wie es ist!

Und nun schmunzle ich vor mich hin und freue mich, dass meine sich verabschiedende „Löwinnenmähne“ als Ausgleich für mangelnde Masse immerhin ein naturgegebenes Farbenspiel hervorzaubert!

Es gibt so viel Schlimmeres als ein paar graue Haare, nicht wahr? Auch die Aufzählung eines Schreckensszenarios erspare ich mir; wir alle kennen unzählig Grausameres, als Silber auf dem Kopf zu haben.

Die Zeit ist ein wunderbarer Künstler – im Frühling sprießt es in zartem Grün um uns herum, im Herbst malt sie die Blätter in den schönsten Farben bunt. Warum soll sie nicht auch an mir – an uns  – ihren Einfallsreichtum und ihre Meisterschaft beweisen?

Wie ein guter Wein, der alle Zeit der Welt braucht, um zu voller Fülle heran zu reifen, so reifen auch wir.

Ich trage dieses Silber mit Gelassenheit. Es gab schon so viel Schwereres zu tragen – warum sollte ich mir deswegen Gedanken machen? Vielleicht gramgebeugt durchs Leben schleichen und mir aus Frust die Haare raufen, die es eh verdient haben – jedes einzelne – mit liebevoller Hingabe gehütet und gepflegt zu werden?

Nein! Ich wechsle nun also in den Bereich der Edelmetalle über – es ist gut so! Um im Bereich meiner vielgeliebten Wortspielereien zu bleiben (denn eine Handvoll lieber Freundinnen und Freunde nennt mich – angelehnt an den Titel meines ersten Gedichtbandes –  KOI):

So wie es bei den Gorillas den „Silberrückenmann“ gibt, dem uneingeschränkter Respekt entgegengebracht wird, so gibt es eben nun eine Silberkopf-KOI J , mit Sicherheit ungemein wertvoll und einzigartig in ihrer Art:-)

 

Alles schwingt!

Herzlichst, Petra

 

 

Zwiegespräch mit mir selbst

Zwiegespräch mit mir selbst

Mitten in den alltäglichsten Geschäftigkeiten meldet es sich plötzlich: mein innerstes Ich.

Während allerhand Banalitäten zu erledigen sind oder auch konzentriertes Arbeiten angesagt wäre.

 Dann fühlt es sich animiert, wodurch auch immer, unvermutet das Wort an mich zu richten! Es ist  – wie erwähnt –  mein innerstes Ich, beileibe nicht mein zweites! Denn ich bin nun mal ich.

Manchmal das äußere, manchmal das innerste… aber stets ICH.

Nun gut, es drängt sich dann in den Vordergrund, dies Innerste und fragt mit vorwurfsvoller Stimme:

Sag mal, was mach ich da eigentlich gerade, hää? Finde ich nicht selber blödsinnig, was ich da  tue????

Uppssss!

Das durchfährt mich jedes Mal aufs Neue wie ein Blitzschlag! Mitten im Tun erstarrend lausche ich fasziniert, was denn noch käme von Innersten….aber es kommt nichts!

Aha! Das ist typisch, mal wieder einen Brocken vor die Füße geworfen, so ganz im Sinne von:

Friss oder stirb!

Ich kenne mein Innerstes recht gut, wir müssen schon seit Ewigkeiten miteinander auskommen…

Also innehalten mit der äußeren Aktivität, atemloses Hineinhorchen ist angesagt!

Leere….ach herrje…!

Leise aufsteigende Panik: ja, kenne ich mich so wenig selbst? Warum kam denn diese warnende, maßregelnde innere Stimme?

Keine Zeit zum tieferen Nachforschen, Dringlichkeiten fordern ihr Recht, weiter machen mit diesem grummelnden, nörgelnden Innersten tief drin.

Eindringlich beschwichtigende Besänftigungsformeln in dessen Richtung und von dort nur spöttisches Kopfschütteln und überhebliches Zurücklehnen.

Oh wie ich das hasse, dieses zwiespältige Durch-den-Tag-kommen!

Dann endlich Zeit, mit mir selbst ins Gespräch zu kommen:

  • So…nun ist Ruhe, also was war denn schon wieder, was gab es zu bemängeln an meinem Tag?

Lächerlich, mich DAS zu fragen, also wirklich…ich hätte mir mehr Durchblick zugetraut!

  • Lass bitte dieses besserwisserische Getue! Sag frei heraus, was mich gestört hat!

Gestört? Nichts! Unpassend war das alles, nicht harmonisch im Einklang mit mir.

  • Im Einklang…aaaaaahja! Ist es denn so schlimm, wenn ich mal Dinge übernehme, die mir nicht ganz liegen? Ich habe es tun müssen, weil es kein anderer sonst täte.

Hilfe, das kann ich schon auswendig! Andere sind mir zu wichtig, ich sollte das endlich mal lernen, begreifen, ändern.

  • Zeit des Zurückschauens, des Reflektierens.
  • Resümee ziehen ist angesagt. Aber dafür bedarf es des Blickes nach innen, nicht wahr?

Völlig richtig! Nur was, wenn ich nach innen schaue und keiner ist da? Weil ich mal wieder „aushäusig“ bin wegen „Sachzwängen“, hm?

  • Ich bin immer anwesend, ich bemerke mich nur nicht. Ja wie denn auch, wenn um mich rum die Stürme toben!

Vielleicht sollte ich hin und wieder Deckung suchen vor ihnen, diesen fremdbestimmten Stürmen. Vor diesem Wotan und seiner wilden Horde, die immer angestürmt kommen, wenn ich am wenigsten damit rechne.

  • Welch kluge Entscheidung! Und ich sollte nicht alle dümmlichen Bemerkungen an mich ran lassen. Sie verursachen nur diffuses Unwohlsein und ich muss dann erst langwierig in mir herum suchen, was mir nun schon wieder auf der Leber liegt.

Wohl wahr, weiseste der Weisen… So viel Lebensklugheit und so wenig Gebrauch von ihr!

 

Und dann sitze ich da, grinse vor mich hin und denke:  

also mal ganz ehrlich, mit mir unterhalte ich mich am liebsten:-)

 

Alles schwingt! Petra

 

 

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Wunsch ans Leben

Möcht´ angekommen-geborgen mich fühlen

Dass die inneren Feuer der Seele kühlen

Möcht´ mich verlässlich gehalten wissen

Dass nicht erneute Bindungen rissen

Wünsch mir mehr als alles andre im Leben

Es möge Zuversicht und Kraft mir geben

Bin zu lang ohne Sicherheit gebende Hand

Durch den Irrgarten meiner Gefühle gerannt

Habe Segel gesetzt, die der Sturm mir zerfetzte

Bis Brandung aus Tränen das Gesicht mir benetzte

Mag nicht länger auf mich ganz allein gestellt

Kämpfen gegen die Windmühlenflügel der Welt

© Petra Jähnke, August 2015

Foto © by Zwilling

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