Wo ist der Sinn

Wir sind online unterwegs. Wir lesen tausende kurze Zeilen, meist nur ein paar Worte, um gleich darauf weiterzuziehen. Wohin?

Wir starren auf Monitore und Displays in diversen Größen, immer in Habachtstellung, ob uns nicht irgendjemand „kontakten“ möchte. Wozu?

Wir posten Bilder von unserem Abendessen, unserer Shoppingtour, um sie allen zu zeigen. Wem denn nur?

All die „Kontakte, all die „Freunde“, was sind sie für uns?

Wir sitzen in Bussen, U-Bahnen, Gartenlokalen, Restaurants, den Blick gerichtet auf die „Welt“ in unserer Hand, anstatt auf die Welt um uns herum.Was bringt uns das?

 

Wir füllen unsere Leere mit digitalen Inhalten und elektronischen Impulsen, anstatt die Leere in uns zu ertragen, zu erkennen und ihr durch reale Handlungen (was für ein Hohn, diesen Unterschied überhaupt benennen zu müssen) neuen Inhalt zu geben!

Haben wir uns verloren während des schnellen Ritts durch diese Zeit einer weltumspannenden  Kommunikation? Haben wir Sorge, etwas verpassen zu können, wenn wir nicht so viel wie möglich Bruchstückhaftes aufklauben, um unsere Halb- und Fehlinformiertheit weiterhin stündlich mit neuer Makulatur zu überdecken?

Alles beginnt in uns selbst!

Warum geben wir das Heft aus der Hand, lassen uns berieseln, zudröhnen, erschlagen von unzähligen Inputs aus allem, was um uns herum die Sinne vernebelt?

Wir selbst zu sein, das spüren wir nur in der Stille. Stille ist heilsam, denn in der Stille hören wir uns endlich wieder selbst.

 

Gedanken Raum zu geben, um sie bemerken zu können und sie laufen zu lassen wie einen inneren Film.

Gespräche zu führen mit einem Gegenüber, dem wir in die Augen schauen und dessen Körpersprache wir beobachten können.

Alles Relikte einer vergangenen Zeit?

Nur, wenn wir es zulassen!

Treten wir auf die Bremse, steigen wir aus, aus dieser wilden Fahrt ins Nirgendwo und leben wir wieder im Hier und Jetzt.

 

Soll es irgendwann zu spät sein für eine Umarmung, ein liebes Wort, eine Aussprache oder ein letztes Hab-dich-lieb?

Geben wir ihm den ihm zustehenden Raum in unserem Leben – dem Sinn.

 

In diesem Sinne,

Herzlichst, Petra

 

6. Dezember 2015

 

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