Genug ist genug

oder das Kopfschütteln nimmt kein Ende

Aufgewacht, hochgeschreckt mitten in der Nacht. Aus einem Traum, der nichts, aber auch rein gar nichts mit diesen Assoziationen gemein hatte, die man landläufig mit Träumen verbindet. Im Gegenteil, er war einer jener Sorte, die das Herz zum Amoklauf animiert, einen regelrecht aus dem Bett zwingt und der Angstschweißströme auslöst.

Vieles verfolgt uns seit langem bis in unsere Träume, vieles! Die Sorge um unsere Arbeitsstelle – werden wir unsere Existenz auch auf Dauer sichern können? Das Unverständnis für das politische Tagesgeschäft, der Eindruck von zweierlei angelegtem Maß, die Ungleichgewichtung von Menschen verschiedener Herkunft oder deren Lebensgeschichten.

Die Gräuel, die im Namen des Herrn, einer höheren Macht, bedacht mit verschiedenen Namen, geschehen –  dieser Schöpferkraft, die doch stets ein und dieselbe universelle Liebe und Kraft ohne Ansehen der Person an alle verströmt.

Das Grauen trifft man täglich, sei es in den Zeitschriften oder dem TV. Kriege, Massaker ganzer Völkerstämme, Demütigungen, Erniedrigungen – die Palette ist groß.

Es macht einen sprachlos, Worte fehlen für Gefühle, die mittels Sprache nur unzulänglich formulieren können, wofür es keine Worte gibt!

Die Leistungsgesellschaft, die besteht aus Gewinnertypen auf der angeblichen Überholspur, erlaubt keine Ruhephasen mehr! Wer ruht, kann nicht erfolgreich sein, erfüllt seine Aufgaben nur halbherzig und wird zu einem unrentablen Kostenfaktor.

Krankenhäuser wirtschaften gut, wenn sie die Einnahmen im Auge zu behalten, statt das Wohl des Einzelnen. Suchtgefährdungen lauern hinter jeder Ecke, und wenn man nicht ein starker Charakter ist, gerät man so schnell und einfach wie noch nie in diese Abhängigkeiten.

Wo bitte führt dies alles hin? Wir müssen schleunigst auf die Bremse treten, wenn uns dieser Irrsinn nicht alle zu gefühllos dahintrottenden Schafen machen soll.

Unser Leben findet keinesfalls in den sozialen Netzwerken statt. Trotzdem sieht man ganz viele, nicht nur junge Leute, die selbst im Restaurant das Smartphone griffbereit neben sich liegen haben, um nur ja kein Posting von einem der 7989 Freunde bei Facebook zu verpassen.

Leben ist Jetzt, genau in diesem Augenblick. Er wird nicht wiederkommen, dieser Moment, und wir sollten sehr achtsam darauf schauen, mit wem oder was wir da unsere kostbare Lebenszeit verplempern. Denn nur wenn wir „aufwachen“, wenn uns all diese Missstände bewusst werden, dann haben wir eine Chance. Wir haben es in der Hand, die Welt um uns herum besser zu machen. Viele kleine Mosaiksteine können ganze Fassaden, die wir für unsere Umwelt gesammelt und präsentiert haben, zum Einsturz bringen!

Ach was, wir können nichts tun…? Halt! Das ist nicht richtig! Wir können schon, doch es ist mühsam und geschieht auch nur in kleinen Schritten – doch jede noch so kleine Wendung zum Positiven hin eröffnet die Tatsache, dass sich Änderungen vollziehen können und neue Wege sich formen.

Alles schwingt!

Herzlichst, Petra