Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Unsere Altvorderen waren schon ausnehmend lebensklug, um nicht zu sagen weise.

Dem Stamme der Dakota-Indianer wird dieses kurze, prägnante Zitat zugesprochen und viele Coaches verwenden es für ihre Seminare, in denen sie ihren Teilnehmern klar machen möchten, was zu tun sei, wenn sich eine Unternehmung als kontraproduktiv erweist.

Zumeist geht es dabei dann nicht zu sehr um die Tatsache selbst – also die Entdeckung einer aussichtslosen, nicht mehr umkehrbaren Situation – sondern um Maßnahmen, mit denen man sich aus der fatalen Lage wieder heraushelfen kann. Wen derlei Tipps interessieren: man wird sofort fündig beim Googeln dieses Spruches.

Mir geht es allerdings hier und heute um etwas anderes:

Auch die Kraft unserer Gedanken, unseres Intellekts, unseres Verstandes, unserer Vorstellungskraft hat nur einen begrenzten Wirkungsgrad. Wir stoßen in allen Bereichen unseres Lebens an die Grenze des denkbar und gleichzeitig machbar Möglichen.

Unser Hirn besteht nicht allein aus der Fähigkeit, zu denken. Gäbe es die Emotionen nicht, käme kaum etwas Kluges dabei zutage, gäben wir unseren grauen Zellen Denksportaufgaben!

Selbst die moderne Hirnforschung hat erkannt, dass Lernen ohne Gefühle nicht geht.

Ein in die Neuzeit gebeamter Ureinwohner Amerikas, nehmen wir doch einen Dakota-Indianer als Beispiel, wüsste absolut nichts mit unseren modernen Errungenschaften anzufangen.

Damit er deren Sinn und Technik würde verstehen wollen, müsste ihm zuerst der Nutzen all dieser modernen Gerätschaften nahe gebracht werden. Wozu macht es Sinn, einen PC bedienen zu können?

Eine rein verstandesmäßige Erklärung hätte keine Chance, ihn zum Lernen zu motivieren.

Würde man aber zeigen, dass man mittels dieses Teils  mit Menschen am anderen Ende der Welt in Sekundenschnelle Informationen austauschen kann, könnte die Neugier unseres roten Bruders geweckt werden!

Neugier ist keine gedankliche Höchstleistung – Neugier ist ein Reiz, der Verlangen auslöst danach, bisher Unbekanntes oder auch Verborgenes/Geheimnisvolles zu entdecken und zu verstehen.  Gäbe es die Neugier nicht, wäre unsere Welt wahrscheinlich nicht annähernd die, die wir kennen und für selbstverständlich erachten.

Neugier gehört zur menschlichen Grundausstattung. Sie ist ein rein intuitiv ausgelöstes Gefühl.

Ohne Gefühle wären wir mit unserem Gehirn in einer reichlich reduzierten Position.  Nur Denken ohne Emotionen würde aus uns seelenlose Wesen machen.

Intuition spielt sich auf zwei Ebenen ab – der mentalen und der emotionalen.  Die vielzitierten Gedankenblitze gehören dazu.  Die Kraft unserer Gedanken ist spätestens dann außer Funktion gesetzt, wenn keine logischen Überlegungen oder kein erweitertes Wissen den Status Quo mehr verändern können.

Das tote Pferd ist ein prachtvolles Beispiel dafür. Es ist eine vortrefflich bildhafte Sprache für eine Lage, an der mit keinem noch so ausgeklügelten Gedanken mehr etwas zu retten ist. Selbst auf zwischenmenschliche Situationen passt es zu 100 Prozent! Ist eine Freundschaft abgekühlt oder eine Liebe erkaltet, sind alle Gefühle zueinander erstarrt, kann kein noch zu imposanter Gedankengang daran etwas ändern. Es sei denn, er appelliert an ein Gefühl, dessen Rest noch neu angefacht werden kann. Ob so ein Versuch sinnvoll wäre, sagt einem das Bauchgefühl, die innere Stimme – unsere Intuition.

So bedingen sich also Gedanke und Gefühl.

Sie bilden eine Einheit, im besten Fall gleichberechtigt ausbalanciert in ihrem Einfluss auf uns.

Hat der Verstand die Oberhand und verdrängt dieser die innere Stimme, so wird die Balance verloren gehen. Führen hauptsächlich die Gefühle Regie ohne das Korrektiv durch das Hirn, entsteht eine eben solche Schieflage.

Machen wir es doch in Zukunft öfters einmal so: Schauen wir uns unser Pferd (Arbeitsstelle, Berufswahl, Partnerschaft) genau an und kontrollieren wir beizeiten, ob es uns noch leichten Fußes trägt oder schon längst unter uns zusammengebrochen ist!

Sollte dies der Fall sein, so übergeben wir es doch in Liebe den ewigen Jagdgründen, um uns neuen Ufern zuzuwenden.

Denn: Alles schwingt!

Herzgrüße von Petra

 

Dieser Blogbeitrag bildet den letzten von 13 Atrikeln zum Thema

DIE KRAFT UNSERER GEDANKEN

unter der die Ausgabe 15 der

EMOTIONAL BLUE

in den ersten Februartagen 2017 erscheint.

Die BLUE ist ein blätterbares, in sich geschlossenes Magazin, das seit 2014 vom Lyrika Verlag (den ich gegründet habe) herausgegeben wird. Die Inhalte setzen sich aus Beiträgen von Gastautorinnen und -Autoren zusammen und sind mit Sicherheit lesenswerte Lektüre.

Die jeweils aktuelle EMOTIONAL BLUE findet man immer unter

www.emotionalblue.de

Das Archiv der BLUE mit allen Beiträgen der Autoren/Innen ist hier zu finden:

http://wortbar.info/

Solltest Du noch nie von unserer BLUE gehört haben, klick doch einmal hin – Es lohnt sich!

Herzlichst, Petra