Archiv für den Monat August 2016

Steppenwolf

STEPPENWOLF

Wieder einmal ist es Nacht, eine von vielen,  in denen er da steht –

unbeweglich wie aus Stein gehauen – der einsame Steppenwolf.

Auf seinem Aussichtspunkt hoch oben auf einem Hügel, über ihm der dunkle Nachthimmel und er nur ein Schatten, wie alles um ihn herum.

Grau ist er geworden, noch nicht alt, oh nein! Nur nicht mehr jung, nicht mehr so ungestüm wie früher. Kraft? Ja, die schlummert in ihm, wenn Gefahr droht für sein Rudel kann er sie mühelos mobilisieren. Wenn er etwas wittert, was seine Instinkte weckt, ist er hellwach.

Aber grau sein Pelz, grau sein Gemüt, grau sein Leben.

Sein Rudel ist weit hinter ihm, lagert gemeinsam an sicherem Ort. Er kann unbesorgt auf seinem Wachposten stehen und träumen. Mit offenen Augen träumt er, während er die Landschaft unterhalb genauestens fixiert, ihm keine Bewegung entgehen würde, wenn es eine gäbe. Denn seine Pflichten kennt er,  sie sind ihm in Fleisch und Blut übergegangen.

Sein Weibchen, früh gefunden – seine Kinder, für alle hat er vorbildlich gesorgt. Hat sie ernährt, beschützt, sichere Lagerplätze gesucht in den Nächten. Hat sein Terrain verteidigt und ist weite Wege gegangen mit seiner Sippe.

Doch in ihm tief versteckt, da ist er anders. Da verspürt er diesen Drang nach Abenteuer, nach einem neuen Beginn, nach einem überbordenden Wellenschlag seiner Gefühle.

Regungslos wie jede Nacht steht er da und wartet. Wartet auf ein Geräusch, dass er vor langem das erste Mal hörte, als er einem  Denkmal gleich auf seinem Hügel stand und träumte.

Die Wolkendecke reißt auf über ihm, ein paar Sterne blinken, der Mond wirft sein fahles Licht auf die Erde. Kühler Nachtwind streicht durch sein Fell.

Wie schon so oft hebt er die Nase in den Hauch, wittert nach etwas, dass er mit diesem zweiten Sinn erfassen möchte…

 

Da! Seine Ohren werden spitz, er dreht den Kopf ein wenig, lauscht.

Da ist es wieder, dieses weit entfernte Heulen. Kaum wahr zu nehmen, doch er hat es sofort erkannt.

Irgendwo, fast unerreichbar weit fort, steht eine Wölfin, wie er allein, in der Nacht und träumt.

Ebenso wie aus Stein gemeißelt eine Silhouette in  dunkler Nacht.

Den Blick erhoben zum Mond und alle Sehnsucht in ihren Rufen.

Er bläht seine Nasenflügel, hofft ihren Geruch wahrnehmen zu können – einmal wenigstens!

Doch der Wind trägt ihm nur diese sehnsuchtsvollen Töne zu, die er voller Inbrunst erwidert.

Und während sie auf die Antwort des anderen lauschen, um dann gefühlvoll selbst die Stimme zu erheben, träumt er sein Leben neu –

Spürt das Anspannen all seiner Muskeln, das federnd-mühelose Laufen durch den Mondschein, die lang entbehrte Leichtigkeit in sich drinnen, diesen unbändigen Wunsch eine letzte Wanderung zu beginnen.

Wolken verdunkeln den Mond, der ferne Ruf erstirbt –

Morgen, wenn er die Sehnsucht wieder erklingen hört, wird er nicht länger träumen, er wird den Hügel hinab laufen und die Steppe unter seinen Pfoten fühlen.

©Petra Jähnke 2012

veröffentlicht 2012 in „Jetzt erst recht – Gefühlsgeschichten“

 

Diese Geschichte war „da“, als ich das Bild des Wolfes sah… Ein lieber Freund hat es bei sich in der Wohnung hängen, es wurde – soweit ich mich recht erinnere – von einem Kriegsgefangenen des 2. Weltkriegs gemalt. Der Name ist leider nicht bekannt.

Doch nun macht sich dieses Bild schon seit 2012 in meinem zweiten Buch auf den Weg in die Welt und seit August 2016 auch als Video.

Und auch hier gilt: ALLES SCHWINGT!

Herzlichst, Petra

Kopf-Körper-Herz

Kopf- Körper- Herz

 

Ein neuer Tag erwartet mich –

Ich such das Glück, ich suche DICH!

 

 Ja! Du da, ja du sprichst mich an,

weil ich mit dir toll reden kann!

Mein Kopf sagt ja, doch reicht das nicht

Für „jeden Morgen dein Gesicht“!

 

Mein Herz öffnet die Arme weit,

wenn es dich sieht! Ich strahle breit!

Ich kann dich echt verdammt gut leiden,

doch trotzdem wird nichts aus uns beiden.

 

Und du, du sprichst den Körper an,

vielleicht für eine Nacht „mein Mann“-

mehr könnt es nie und nimmer werden,

bei dir, da kann ich mich nicht erden.

 

Kopf, Körper, Herz, sie alle drei

müssen in Flammen stehen bei

dem „einen rechten DU“ für mich-

Drum wart ich weiterhin auf DICH!

©Petra Jähnke 2011

veröffentlicht 2012 in „Der Koi (an) der Küs(s)te – Lyrische Gefühlsgeschichten in der Sprache des Herzens“

Dies war eines meiner allerersten selbsterstellten Videos in 2011 auf meiner ersten Webseite petra-jaehnke.de.tl

Die Bilder sind alle noch selbst gemacht und ich habe mir echt wahnsinnig Mühe gegeben dabei 🙂 Wenn ich es heute sehe, muss ich schmunzeln und freue mich darüber, was ich alles gelernt habe in den vergangenen Jahren.

Denn: ALLES SCHWINGT!

Herzlichst, Petra

 

Schwerelos schwebend

Schwerelos schwebend

Nimm meine Hand, halte sie fest und folge mir-

Ich tauche in die warmen Fluten dieser Welt mit dir.

Hinab in die bläuliche Stille aller Ozeane,

in der ich den Ursprung allen Lebens ahne.

Um uns herum, da gleiten lautlos-elegant

und schwerelos geführt von Geisterhand

bizarrste Formen dieser Wasserwesen,

von denen wir sonst nur in schlauen Büchern lesen.

Als flögen sie den Vögeln gleich durchs nasse Element,

in einer Vielzahl, deren Namen keiner kennt.

 

Doch ihre Schönheit, Anmut und auch Farbenpracht

ist´s, was uns den auch hier herrschenden Kampf vergessen macht.

So still, so schwebend und so wundersam diese Magie-

Komm, folge mir ein Stück in diese Welt und erspüre sie.

Schau, wie diese Schatten geräuschlos um dich gleiten,

existent in dieser Unterwasserwelt seit ewig alten Zeiten.

Nur um des Seins willen vielfältig-schön in voller Pracht,

so gleiten diese Schemen durch die dunkle Wassernacht,

entfalten eine Farbenfülle in verschwenderischem Tun

und fordern alle unsere Sinne ohne auszuruhen.

 

Sieh- neben deiner kleinen Alltagswelt auf Erden,

da gibt es Welten, die nicht oft betreten werden-

Die anders sind, obwohl sie gleich dicht nebenan

ein jeder, der es nur will, entdecken kann.

Hineinzuschauen und zu staunen, das vergiss nur nie,

und sei`s auch nur in deiner Phantasie.

©Petra Jähnke 2011

 

veröffentlicht 2012 in „Der Koi (an) der Küs(s)te –

Lyrische Gefühlsgeschichten in der Sprache des Herzens“

 

Dieser Text entstand 2011 nach einem Besuch im Meereszentrum Fehmarn, von dem ich tagelang beeindruckt gewesen bin. Auch sämtliche Fotos dieses Videos sind dort von mir gemacht worden.

Und auch schon hier galt: ALLES SCHWINGT!