Energieräuber und andere heimlich Andockende

Es gab Jahre, da fiel es mir noch nicht auf – da hielt ich dieses Suchen der Nähe zu mir und dieses Ausbreiten von Seelenbefindlichkeiten für Freundschaft, für wahres Interesse an mir.

Ich lebte in dem Glauben, dass sich alles ausgleicht, dass es ein Geben und Nehmen sei – einfach deshalb, weil ich es selbst so empfand und voraussetzte; weil ich gar nicht anders denken konnte.

Irgendwann kam die Phase, in der ich mich seltsam leer zu fühlen begann. Was der Grund dafür sein könnte, erschloss sich mir nicht sofort – ich bin in vielerlei Hinsicht ein „langsamer Brüter“.

Weiterhin war ich da, so gut ich es sein konnte. Mit dem Telefon am Ohr, mit einem Becher Kaffee Aug in Aug, bei ewig langen Mails, die es zu lesen galt und zwangsläufig auch zu beantworten.

Neue Menschen kamen hinzu und mein Kreis erweiterte sich unmerklich.

Jeder mit neuen Sorgen behaftet, mit schweren Schicksalsschlägen kämpfend, seine Altlasten sortierend, neue Ziele suchend, alte Kräfte mobilisierend…

Und dann kam der Zeitpunkt, als es mir bewusst wurde, warum ich mich so unendlich leer fühlte.

Ich war leer! Wenn mich derartige Erkenntnisse überkommen, entstehen als erste Reaktion meist Gedichte, so wie dieses hier:

 

Geben ohne Nehmen 

Bin so alle vom Geben,

vom hinein-fühlen in dein Leben.

Bin so leer vom Erspüren

und dem tief dich berühren.

Bin so ohne jede Kraft,

mich hat das Geben geschafft.

Brauche Zeit zum neu finden,

neue Stärken zu ergründen.

Suche die Quelle für mich,

die ich grad war für dich.

Bin so leer, wer tankt auf?

Komm, ich warte nur drauf…

Niemand kann ununterbrochen Energien an seine Mitmenschen weitergeben. Alles braucht sein Maß, denn wer geben will/soll/möchte, muss unter allen Umständen irgendwo auftanken können!

So schaute ich also mit verändertem Blick auf sie, diese Menschen, von denen ich annahm, zwischen ihnen und mir sei ein Ausgleich da…

Ich schaute oft ohne Erfolg. Diese Erkenntnis schmerzte in vielen Fällen. Sie schmerzt auch heute noch, wenn ich bei so manch einem/einer dieselbe Lücke entdecken muss.

Bleib doch entspannt, sage ich mir dann meist. Es muss nicht zu 100% dieses Auftanken möglich sein.

Aber 50% reichen nicht, um all das aufzufüllen, was man aus vollem Herzen und mit aller Aufrichtigkeit zu geben bereit ist.

 

ich habe schon einmal über viele Jahre mich selbst aus den Augen verloren und diesen Fehler möchte ich keinesfalls in einer so ausgeprägten Art und Weise wiederholen.

Wenn es stets nur wichtig ist, wie sich andere fühlen und man selbst nicht nur in die zweite Reihe tritt, sondern vollständig abhanden kommt, dann spätestens muss man die Reißleine ziehen.

Dieses heimlich-Andocken ist auch eine dieser perfiden Formen der Einseitigkeit im Zwischenmenschlichen. Angedockte lassen sich dann auch gerne ziehen, quasi wie von einer Lokomotive, die mit aller Kraft dem vermeintlich Schwächeren ziehenderweise durch dessen Leben hilft.

Es gehören auch diejenigen dazu, die ganz selbstverständlich erwarten, im Fokus zu stehen. Also immer ein Recht hätten beachtet, beweihräuchert und bemitleidet zu werden.

 

Die Welt ist voll von Energieräubern.

Man sieht es ihnen nicht an, das macht es umso schwieriger, sich vor ihnen in Acht zu nehmen.

Aber das eigene Bauchgefühl sagt sehr früh seine Meinung. Es grummelt, es mäkelt und wir schieben es beiseite, weil wir nicht hören/spüren/ahnen wollen, was sich da so dezent wehrt in uns.

Ich höre und spüre viel mehr als früher  auf MICH. Und es geht mir dadurch um einiges besser!

Alles schwingt!

Herzlichst, Petra

 

 

 

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