Ein Stück vom (Weihnachts-) Kuchen

Von passenden Lecker-Bissen und Unverdaulichem

Da wandert man also durch diese Welt, mit seiner eigenen Schrittlänge und bemüht darum, Spuren zu hinterlassen. Spuren, die zu verursachen Freude bereiten soll und die den Weg zu einem weisen können.

Aber gleichzeitig möchte man ein Stück abhaben vom Kuchen des Lebens, möchte nicht nur verursachen, sondern auch bekommen!

Jedes Lebensalter hält einen anderen Kuchen für uns bereit. In der Kinderzeit ist es mit Sicherheit ein Stück von der allerleckersten Schokoladentorte:

Weich und schaumig geschlagen und sooo herrlich süß – genauso wie Kinderaugen diese Welt sehen und wie ein Kind auf das Leben schaut: jeder Tag voller Wunder und prall gefüllt mit süßen Lebensgeschenken.

Im Teenageralter sind es sehr gegensätzliche Kuchenstücke:

Die herrlichsten Sahnetorten wechseln sich ab mit staubtrockenem Sandkuchen, je nachdem in welcher Phase man steckt – vielumschwärmt-flirtend oder zurückgewiesen-trotzig.

Dann kommen viele Jahre quasi mitten drin in der Kuchentheke! Die allerfeinsten Konditoren-Meisterwerke am laufenden Band. Berufliche Erfolge sind die Sachertorte, privates Glück die Schwarzwälder Kirsch, Liebe schmeckt wie ein Sahnebaiser und selbst kleine Rückschläge sind noch wie Mürbeteig, mit einer dünnen Schicht Zuckerguss versehen.

Je mehr Jahre sich aneinander reihen, umso mehr Stücke vom platten Blechkuchen erscheinen auf der Bildfläche. An Misserfolgen kaut man wie an einem Lebkuchen vom letzten Jahr, kaum runter zu kriegen…

Verluste und Abschiede tafeln den allseits beliebten Beerdigungskuchen auf,  von dem man Nachschlag wirklich liebend gern verzichtend beiseite schieben könnte.

Im Alter mag es ausreichend sein, einen Zwieback in den Milchkaffee zu stippen?

Ein Stück vom Kuchen ist also nicht immer ein Hochgenuss. Denn alles ist relativ.

Die Süße des Lebens kann nur genießen, wer auch  Trockenbrot zu verdauen gelernt hat.

Nehmen setzt Geben voraus. Wer nie eine prachtvolle, verlockend dekorierte Erdbeertorte des Lebens für andere serviert, muss sich nicht wundern, wenn für ihn selbst nur die Krümel übrig bleiben.

Nun steht es also bevor, das diesjährige Weihnachtsfest. Nach einem Unruhe-bringenden Jahr voller Veränderungen unserer kleinen, wie auch unserer großen Um-Welt.

Hoffnungen, Wünsche, Zukunftsängste, die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach familiärer Harmonie – alles bündelt sich in diesen letzten, wenigen Wochen eines Jahres.

Kluge Ratschläge wechseln sich ab mit konträr geführten Diskussionsrunden, informativen Sendungen und die Flut der Beiträge im www machen einem das tägliche Lächeln auch immer schwerer.

Abschalten, wenigstens für diese paar so wertvollen Feiertage – egal, welchen Glauben man hat oder ob es überhaupt etwas gibt, woran man noch glauben mag.

Bei sich selbst zu sein, bei den Menschen, die einem wichtig sind, das ist es, was zählt.

Stellen wir doch einen wunderschön gebackenen Nusskranz auf den festlich gedeckten Tisch, um den sich versammeln möge, wer zu unserer inneren (Wahl-) Familie gehört. Schneiden wir ihn Stück für Stück auf und genießen wir ihn gemeinsam. Als vordergründiges Symbol für das, was wirklich zählt:

Zeit zu haben für den anderen,

Zuneigung und Freundschaft auszudrücken,

Liebe zu erneuern (selbst wenn ihr Glanz am Verlöschen scheint).

Fügen wir doch auf diese Weise unserem eigenen Lebenskuchen ein ganz besonders wertvolles Stück hinzu! 

Dies wünsche ich uns allen von Herzen.

Habt ein friedvolles Weihnachtsfest!

Petra

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