Sonderlinge und Seltsamkeiten

Das Kreisen um sich selbst kann den Blick trüben auf Realitäten. Es kann die Selbst-Einschätzung der eigenen Ambitionen in völlig schrägem Licht erscheinen lassen und es kann von einer alles überstrahlenden, missionarischen Energie getrieben sein, die dem Umfeld erst recht spät auffällt. Eben weil die Außenwirkung den Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erhebt, weil diese Selbstüberschätzung anfangs sehr beeindruckend herüberkommen kann.

Mit plakativem Halbwissen unterlegt und großer Überzeugungskraft transportierte Selbstbeweihräucherung ist dann besonders fragwürdig, wenn der sie Ausübende sich selbst damit erheben möchte über die anderen.

Wenn er seine Lebensweise als Maxime predigt, seine Lebenslehren als einzig prägende ansieht, seinen Glauben als einzig richtigen aufdrängen will. Mit allem, was so ein sich selbst umkreisend Wissender fokussiert, ist unterschwellig immer die Absicht verbunden, bekehren zu wollen. Doch nichts, was so überdimensioniert und eingefärbt vom angeblichen Herzblut daherkommt,  wird auf lange Sicht unenttarnt bleiben.

Irgendwann fällt auf, dass dort ein eigentlich armer Mensch sich nur selbst therapiert, sich als Kompensation auf imaginäre Sockel stellt und im Grunde ein hilflos Suchender des letzten Strohhalms ist.

Kennst du auch so jemanden? Ich dachte es mir.

Hast du mit ihm reden, wirklich einen Gedankenaustausch führen können? Nein? Ich auch nicht.

Wir sollten deswegen nicht an uns zweifeln.

Unter diesem einen Himmel gibt es viel Raum für alle Sonderlinge und Seltsamkeiten.

Wir müssen ja nicht unsere Zeit mit  ihnen verbringen 🙂

 

Denk dran: Alles schwingt!

©Petra Jähnke, 3/2015

 

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