Archiv für den Monat Februar 2015

Freundschaft ist der große Bruder der Liebe

Dieser Satz steht über dem Bild, das zum Text eines Gedichtes entstanden ist (veröffentlicht in „Jetzt erst recht“, 2012 im Lyrika Verlag und zusätzlich als Poster-Sonderedition erhältlich in A2)

Oft frage ich mich, was wertvoller, was beständiger und verlässlicher ist: Liebe oder Freundschaft? Liebe ist besetzt mit diesem Gefühlsfarbenrausch in allen nur möglichen, schillernd-schönen Rottönen. Was schwingt für mich bei dem Wort ´Freundschaft´ mit?

Es schwingt vieles, aus den verschiedensten Sinnesabteilungen! Freundschaft kommt mit tiefen, harmonischen Klängen für mich daher, wie ein Klangteppich, der trägt – egal, was geschieht. Freundschaft ist ein Mantel aus einem federleichten und trotzdem wärmenden Tuch, dessen Farbe einem Ultramarin-blau am nächsten kommt.

Freundschaft ist für mich verbunden mit einem Band zwischen zwei Menschen, das sehr belastbar und fast ´unkaputtbar´ erscheint.

Sie fordert nicht, weil sie nichts erhofft, was nicht da ist. Real existierende Freundschaft ist ein seltenes Gut geworden in diesen Zeiten der totalen Vernetzung und der sog. ´Freundeskreise´ in den diversen Social Medias.

Freundschaft, das kann auch nur von einer Seite so empfunden werden (was übrigens bei der Liebe noch einen sehr viel schmerzvolleren Umstand darstellt). Wenn dies der Fall ist, bedarf es einer großen. menschlichen Leistung: den Schritt rückwärts zu tun, um den Menschen, der die eigene Tiefe des Gefühls nicht erwidert, nicht mit diesem Anspruch an ihn auf Spiegelung der persönlichen Emotionen zu erdrücken. Wirklich authentisch zu sein, zeigt sich nur in der Fähigkeit, niemandem ein Paar Schuhe vor die Türe zu stellen, die demjenigen nicht passen.

Es gibt auch diese ganz seltenen, und daher besonders wertvollen Fälle, da wandelt sich einstige Liebe in eine achtsam miteinander umgehende Freundschaft, die dann ein Band fürs Leben darstellt. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen sind ein Geschenk des Lebens. Verliere nur nie den Blick dafür, sie erkennen zu können und entsprechend wert zu schätzen.

Wirkliche Freunde sind und bleiben sich tief verbunden, auch wenn es einmal Phasen der Funkstille zwischen einander gibt. Denn es ist wie bei allem: nicht die Quantität bestimmt einen Wert, sondern die Qualität.

Gibt es Lebensabschnitts-Freunde – so wie es den Begriff des Lebensabschnittsgefährten gibt?

Ich denke, ja. Wie in der Liebe können sich Menschen auseinander entwickeln, ohne es bewusst zu wollen. Wege, die lange vertraut nebeneinander verliefen, driften irgendwann auseinander.

Erwartungen können im Laufe der Zeit mit einer Freundschaft verbunden werden, die nicht zu erfüllen sind und die alles verändern.

Du wirst der Liebe nie auf ewig sicher sein können und ebenso wenig der Freundschaft.

Alles ist im Fluss, unser ganzes Leben ist Veränderung.

Gäbe es Stillstand, gäbe es keine Entwicklung.

Diese Lektion ist eine die schmerzhaftesten, aber auch eine der hoffnungsvollsten Lehren in einem Menschenleben.

Sie macht dir klar, dass dein Weg aus dem was war, über das was ist zu dem führen wird, was sein kann.

Alles schwingt!

 Petra

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

 

Eisbrecher

EISBRECHER

Die Seele wie tiefgefroren,

                                             Mauern um dich herum aus durchsichtigem Eis.                                          

Du wurdest doch mal geboren

als Mensch mit Emotionen, aufwühlend –heiß!

Irgendetwas geschah irgendwann,

das ließ dein Inneres erstarren zu Stein-

und keiner von außen kann

zu dir mehr heran, geschweige herein…

Nur du kannst den Panzer zerbrechen,

nur von innen heraus schmilzt dies ewige Eis-

komm, lerne wieder zu sprechen!

Und sei es zu Anfang auch wenig und leis´.

Die Mühe, sie lohnt sich,

zu bröckeln beginnen die eisigen Mauern

und du befreist dich,

mag es auch schwer sein und dauern

Und alles in dir erhebt sich,

was dich ausmacht, dich stark macht und frei!

Da drinnen, da triffst du auf dich!

Und deine Zeitrechnung beginnt wieder neu!

©Petra Jähnke, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, 2012 erschienen im Lyrika Verlag

Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich sie selbst durchlebt habe, diese Zeit hinter eisigen Mauern.Und weil ich es am eigenen Leibe, an der eigenen Seele gespürt habe: Ich allein muss zum Eisbrecher werden, um wieder in meinem Leben anzukommen…

Denn ALLES beginnt in dir selbst, alles liegt in dir begründet.

Es ist nicht wichtig, WAS dich verstummen lässt – dafür gibt es unzählige Gründe.Tiefgreifende Enttäuschungen, Verluste, schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Krankheiten, Unfälle, eine Scheidung, ein oder mehrere Todesfälle… der Grund für das Anwachsen der Mauern um dich herum ist nicht ausschlaggebend.

Wirklich wichtig ist nur, WIE du selbst damit umgehst, wenn du sie um dich fühlst. Wenn du nicht mehr teilnimmst an deinem eigenen Leben, dann sind sie entstanden, diese eiskalten Mauern. Nein, sie sind keine Dornenhecke, wie sie um Dornröschen herum  emporgewachsen ist und die von außen durch einen edlen Prinzen überwunden werden konnte. Er wird nicht kommen, dieser Ritter auf einem prachtvollen Rappen, um dir die Arbeit des Niederreißens deiner Abgrenzung abzunehmen.

Es mag sein, du siehst ihn vor dir, durch diese glasklare Mauer hindurch – aber er kann nicht vordringen bis zu dir, wenn du nicht ganz allein dafür sorgst, dass sie Risse bekommt, dass sie abbröckelt und den Weg wieder frei macht. Deinen* Weg.

Spüre dich wieder, auch wenn es schmerzt. Nimm dir die Zeit, die du brauchst für diese Kraftanstrengung, die all deine Reserven benötigen wird. Vertraue in dich selbst. Du bist stärker, als du es je vermutet, geschweige denn gewusst hast. Stärke entwickelt sich in den dunkelsten Phasen eines Lebens und sie reift heran, wie eine kleine Pflanze, die Richtung Sonne strebt.

Mag sein, du verzweifelst manchmal an dem, was dich verstummen ließ – aber es ist dein* Leben und niemand wird es für dich leben! Nur du formst aus dieser Summe aller Lektionen deine eigene Lebensenergie.

Und nur du allein wirst sie irgendwann wieder in dir spüren: diese Lebensfreude, die dich jeden einzelnen Tag mit anderen, ganz ´neuen´ Augen wahrnehmen und genießen lässt.

Denk daran, wenn es sich wieder kalt und undurchdringlich für dich anzufühlen scheint:

Alles schwingt!

 Petra

Einen weiteren Text zu diesem Thema passend findest du hier:

http://www.petra-jaehnke.de/-g-Nun-also-wieder-g-.htm

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Ich werde antworten!

Leben, um glücklich zu sein

Irgendwann wird es für jeden vorbei sein – auch für mich.

Diesen Weg zu gehen, bleibt niemandem erspart. Doch wohin führt er? Für mich ist das klar:

Irgendwann werde ich vor der Türe dort oben stehen und man wird mich fragen: „Nun, Petra, bist du also hier. Sprich, hast du in deinem Leben auf Erden denn alles dafür getan, glücklich zu sein?“

Würde ich dann „Nein“ antworten müssen, wäre das fürchterlich! Ich würde also da stehen, um Einlass bitten und könnte diese so einfache Frage nur verneinen!? Ich müsste zugeben, zu feige gewesen zu sein!? Zu feige, um meine Vorstellung vom Glück auch zu leben…?

Als mir dies klar wurde und als ich wusste, dass ich niemals eine solche Frage mit „Nein“ beantworten mögen würde, änderte sich vieles.

Eigentlich änderte sich alles.

Schon viele Jahre spürte ich, dass ich nicht MEIN Leben lebte. Ich hatte mich angepasst, sog. Sachzwänge bedient, immer nur andere in den Focus gestellt. Mein Rotkreuz auf der Stirn war schon eintätowiert. Atmete jemand um mich herum schwer? Ich eilte! Sah jemand unglücklich aus? Ich war da! Stritten sich zwei mir wichtige Menschen? Ich spielte den Prellbock und Harmonisierer! Oh, ich hätte sicher eine Menge Medaillen für Harmoniesucht erhalten, wenn sie vergeben worden wären!

Den Bumerang von all dem hatte ich auch schon hinnehmen müssen in Form von einer Krebserkrankung und manchem anderen, das nachfolgte.

Alles hatte ich überwunden, war wieder bedingt gesund – und war doch in einem Leben, das nicht meines war.

Ich brauchte eine Weile, um zu wissen, was mich glücklich machen könnte. Zeitweise dachte ich, Glück könne nur von außen zu mir kommen – ein Irrtum.

ich begann zu schreiben, spürte eine kleine federleichte Flamme dabei in mir… könnte es das Schreiben sein, das mein Glück darstellte? Ich bin seitdem jeden Schritt vertrauensvoll gegangen, ohne danach zu fragen, was die anderen sagen und denken könnten. Und die kleine federleichte Flamme strahlt in einem warmen Schein, nicht mehr verlöschend, stetig sich nährend und Kraft schöpfend aus allem, was mein Herz berührt.

Ich werde, wenn es einst soweit sein sollte für mich, auf die Frage: „Nun, Petra, hast du alles dafür getan, in deinem Leben auf Erden, um glücklich zu sein?“ laut und ohne Zögern „JA!“ sagen können.

Für jeden sieht das Glück anders aus. Es zu suchen in sich selbst, es zu erkennen und zu leben, ist der Sinn des Lebens.

Gib dem Leben Sinn, lebe auf deine Weise, folge deiner Glücksmelodie!

© Petra Jähnke, 2/2015

Alles schwingt!

LIEBE ZU VIER PFOTEN

Hey Charlie, was ist? Lockt die Sonne dich raus?

Na dann komm nur, mein Mädchen, wir geh´ n mal ums Haus!

Ja ich weiß doch, das ging alles schneller vor Jahren,

als die Knochen noch nicht alt und  müde waren-

mach dir nichts draus! Uns Menschen ergeht´s

ganz genau so wie dir, wir jammern auch stets!

 

Hey Charlie, was ist? Was erschnupperst denn du?

Anregende Düfte verjüngen im Nu!

Deine Nase, sie glänzt ganz genauso wie immer

und deine Augen haben diesen strahlenden Schimmer!

Und dann hebst du den Kopf und du schaust mich an

mit Vertrauen und Liebe, wie ein Hund es nur kann!

 

Hey Charlie, was ist? Ach ja, du hast recht:

Das Wort Hund gewählt zu haben war schlecht!

Bester Freund passt eher, treuer Begleiter-

Komm  nur, wir gehen ein Stückchen weiter.

Mach langsam, mein Mädchen, ich pass mich gern an,

du hast das auch viele Jahre getan.

 

Hey Charlie, was ist? Wirst du bald gehen

und lässt mich dann hier ganz alleine stehen?

Die ewigen Jagdgründe warten auf dich,

doch ein wenig Zeit lass dir noch für mich!

Bist du müde? Na komm, dann gehen wir rein

und kuscheln ein wenig und schlafen dann ein.

 

© Petra Jähnke 2011, erschienen in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, 2012 im Lyrika Verlag