Archiv für den Monat Januar 2015

Und du fragst mich

Und du fragst mich, wie ich´s  schaffe

Jeden Tag zu überstehn

Und ich grinse schief uns lache

Kann mehr kriechen noch als gehen

 

Kann nicht sein, so rufst empört du

Doch nicht du, die pure Kraft

Und ich zwinkere, winke ab

Ich hab´s einfach nur geschafft

 

Hab die Hürden kaum genommen

´s  ginge besser, wär ich dumm

Hätt´ eleganter sie umschwommen

Doch ich mach mich ungern krumm

 

Leb mit allem, was um mich ist

Mit dem in mir doppelt schwer

Spür die Trauer, die an mir frisst

Zeig nur nicht jedem alles her

 

Hinter meiner Stirn wie deiner

Wohnt ein weiser, kühner Geist

Halt´ ihn fest um zu verhindern

Dass er unbekannt verreist

 

Und du fragst mich nach dem Sinn

Wo er sei, ob es ihn gibt

Und ich nicke und ich lächle

Er ist da, solang man liebt

 

©Petra Jähnke, 28.01.2015

Foto  © by Zwilling

 

 

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Von Inseln und Brücken im weiten Meer

Es war einmal eine kleine Insel mitten im weiten Meer. Sie fühlte sich sehr allein und schaute stets um sich, ob nicht andere Inseln auftauchen würden. So geschah es, das sich eines Tages neben ihr eine andere kleine Insel aus dem Meer erhob. Beide Inseln schauten sich an und wussten, sie würden gerne mehr voneinander wissen mögen – doch nur wie? Da begann die erst so einsame kleine Insel aus Holz und Treibgut eine Brücke zu bauen und die neue Insel sah es und begann ihrerseits mit dem Bau eines Teils dieser Brücke. So trafen sich die zwei Brückenteile bald und wurden zu einer festen Verbindung zwischen ihnen.

Sie erzählten einander von all dem, was sie ohne den anderen erlebt hatten – von Stürmen, die an ihnen rüttelten; von der großen Kraft des Meeres, die an ihnen formte; von der Schönheit, die auf ihnen blühte und gedieh; von der sengenden Sonne, wenn sie senkrecht am Himmel stand und keine Wolke vor ihrer Hitze schützte und vielem anderen mehr.

Nach und nach kamen neue Inseln hinzu. Sie erhoben sich schnell und voller Stolz oder zögerlich und furchtsam um sich blickend aus der Weite des Meeres. Und auch diese Inseln begannen, Teile von Brücken zu bauen aus allem, was sich dazu anbot. Manche bauten Brücken zu der ersten Insel, die so allein gewesen war, manche zu der zweiten, andere bauten zu beiden Stege. Auch zwischen den neu hinzugekommenen entstanden Verbindungen – viele waren sicher und Halt gebend, manche glichen nur notdürftig zusammengefügten wackeligen Brücklein, die schnell wieder brachen.

Allzu lange brauchte es nicht, bis ein ganzes Netzwerk aus Brücken und Stegen entstanden war.

Die erste Insel, die einst allein gewesen war, hatte an eigener Kraft gewonnen und sie trug ein prachtvoll blühendes Kleid aus den schönsten Blüten und Blumen. Einige ihrer neuen Brücken verbanden sie mit anderen Inseln, von denen sie Neues lernen konnte; denen sie gerne zuhörte und die sie dadurch weiter wachsen und gedeihen ließen.

Daher hatte sie nicht mehr so viel Sorgfalt auf die Verbindung zu ihrer Insel der ersten Stunde gelegt und sie sah, wie die Brücke zwischen ihnen nachgab und ins Wanken geriet. Auch die Insel am anderen Ende dieser wenig genutzten Wegstrecke sah mit Wehmut auf den beginnenden Verfall einstiger Stabilität. Doch beide wussten auch, dass nichts bricht, was man liebt. So gaben sie immer wieder genügend neues Baumaterial hinzu, um die Brücke zwischen ihnen zu erhalten. Sie sahen aber auch, dass andere Verbindungen einstürzten, manche sogar sehr abrupt und ohne neuerliche Bauversuche.

Sie erkannten, dass nichts von Dauer ist auf dieser Welt. Keine Insel würde es ewig in unveränderter Form geben; keine Verbindung alle Stürme des Lebens überdauern. Und sie lernten, dass Brücken zwar lange halten können, man aber stets etwas für ihre Festigkeit muss, wenn man die anderen nicht verlieren will.

Inseln gründen und erwachsen aus dem sich aufwölbenden Boden des Meeres, das sie unentwegt umspielen wird bis zu dem Tag, da es sie überspülen und mit sich reißen wird.

So lernten sie zu erblühen in all ihrer Schönheit und Brücken zu bauen zwischen sich und den anderen, um jeden Tag als neues Jetzt zu feiern, denn das Gestern ist versunken und das Morgen nur eine Idee.

© Petra Jähnke, 26.01.2015

Alles schwingt!

 

 

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Wieviel Schwäche hält eigene Stärke aus

Zweifel seit Jahren, immer wieder fortgewischt durch neue Hoffnung –

Stets aufs Neue im Keime erstickt und verzweifelt betrauert.

Kurzes Aufblitzen alter Gefühle, längst im staubigsten Winkel verwahrt –

Reflexartig aus Selbstschutz erneut zu Grabe getragen.

Fest der Liebe, der Harmonie, pfleglichst jedes Mal zu neuem Glanze poliert  –

stete Rückkehr alter Schatten und matter Stellen – Sisyphusarbeit.

Stärke für alle und alles, Stärke für sich selbst, Mutmacher-Sprüche –

Schwäche, kapitulierend im Angesicht der Ausweglosigkeit.

Lieder von Liebe, Melodien von Glück erzählend –

doch Worte und Taten als krasser Gegensatz.

Stärke, gehütet und genährt aus dem Bodensatz der Seele –

von Schwäche, dem steten Tropfen jeden Tages, ad absurdum geführt.

Kraftakte nötig zur Niederringung der Schwäche –

wie lange reicht sie, die aus sich selbst schöpfende Stärke…

 

 Alles schwingt… Petra

 

 

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