Archiv für den Monat November 2014

MÄRCHENLAND

Geh´ wie im Traum an deiner Hand

durch dieses weiße Märchenland.

Aus dicken Wolkenkissen droben

schweben Flocken sanft zu Boden.

Spür´ intensiv diese Magie –

fühle sie stark, so wie noch nie.

 

Vor meinem inneren Aug´ entsteht

ein Bild, ganz schnell ist es verweht…

Doch das Gefühl, dazugehörend,

legt sich um mich, fast wie beschwörend.

Zaubert Vergangenheit herbei,

fühle mich jung und stark und frei!

 

Spüre in mir den Übermut,

die Freude und die Lebensglut!

Wie früher, an noch andrer Hand,

bin ich sorgenfrei im Kinderland.

Und du, der meine Hand nun hält,

machst, dass ein Stern vom Himmel fällt.

 

©Petra Jähnke

 

 

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

 

SCHAUMSCHLÄGER

Man trifft sie überall,

diese Menschen, die nur reden –

Die wie unter Strom erscheinend

ihre Luftblasen produzieren,

unter denen man kurzfristig

zu ersticken glaubt –

so vereinnahmend und

überrollend kommen sie daher.

 

Sie tragen ihre Defizite,

getarnt hinter lautem Lärm um nichts,

durch ihre Tage

und sie treten dir zu nah,

ohne es zu registrieren.

Sie sind an den eigenen

Unzulänglichkeiten

gescheitert und kaschieren

ihre Angst vor der eigenen Schwäche

durch lautes Gehabe.

 

Sie schlagen Schaum mit fast jedem Wort,

machen mehr aus sich selbst

und allem, um sich herum,

um größer, stärker und

klüger zu erscheinen –

im Grunde nur

 für ihr eigenes

Selbstwertgefühl.

 

© Petra Jähnke, 11/2014

 

Alles schwingt! Petra

 

Wer jetzt auf einen passenden Musiktitel gespannt ist – den muss ich enttäuschen…

DAZU fiel mir nun wirklich keiner ein:-(

Solltest Du eine Idee haben, dann schreib sie mir! Danke!

Nebel-Welt

Satt und schwer und doch zugleich wie feinstes Gespinst lagert der Bodennebel auf den Feldern. Alles hüllt er ein in sein grau-schattierendes Tuch, langsam und lautlos kriecht er zwischen den Häusern tiefer hinein in den Ort.

Alles klingt gedämpft, irgendwie verändert sieht die Umgebung aus. Weit entfernt schält sich nur vage ein Umriss aus dem tiefliegenden Nebel, ein einsamer Fußgänger nähert sich auf dem Bürgersteig. Seine Schritte klingen wie durch Watte gemildert an das Ohr.

Dies ist einer der Momente, in denen du dich fühlen kannst wie entrückt – der Zeit und des Alltags enthoben. Das Gefühl von eins-sein mit der Welt keimt in dir auf, zaghaft und ungläubig spürst du ihm nach.

Eins zu sein mit allem um dich herum, gemeinsam unter einer Decke aus federleichter Textur, hautfreundliche Feuchtigkeit beinhaltend. Alles wie im Weichzeichner unscharf und meist nur zu erahnen – Phantasie beflügelnd, Beklommenheit hervorrufend, Einsamkeit vermittelnd. Wie von einer Zauberhand sachte bewegt wabern die Nebelfelder…

Petra Jähnke, 11/2014

Alles schwingt…

Petra

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

 

KENNST DU DER SEELE TIEFSTE GEMÄCHER

Kennst du der Seele tiefste Gemächer?

In ihnen wird Verstand und Realität schwächer…

Dort tief im Verborg´nen weiß dein Inneres gut,

was deinem Körper, deinem Herz wirklich gut tut.

Dort wohnen die bildhaft  manifestierten Träume.

Dort schaffen sich Wünsche ihre eigenen Räume.

Dort wabert wie feinstes Nebelgeflecht

das Wissen um dein dir gegebenes Recht

auf erfüllende Stunden, sich öffnendes Sein –

und Gewissheit,  du bist nicht mit alldem allein.

 

Auf dem Boden der Seele ruht wohlig geborgen

das tief-menschliche Urvertrauen in Morgen.

Der Zugang ist dort zu dem Wissen der Zeit –

und die vor dir waren geben sich´res Geleit.

Ein Nachhall klingt dort von dem Wissen um Liebe.

Die Wurzel der Sehnsucht bildet kräftige Triebe.

Und mit samtweichem, dumpf-dröhnendem Ton

ruft das Herz nach des Lebens ersehntem Lohn –

Lauschst du hinein in deinen inneren Kern,

erspürst  du alles in dir – nichts ist von dir fern.

 

© Petra Jähnke

veröffentlicht 2013 in „Mitten ins Herz – Voll auf den Punkt“ im Lyrika Verlag

Alles schwingt! Petra

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

 

November-Gedanken I

Der Trauermonat… in ihm liegen Feier- und Gedenktage wie Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag  und der Totensonntag, der einen Sonntag vor dem ersten Advent liegt und das Kirchenjahr beschließt. Mit dem Advent beginnt dann das neue Kirchenjahr, das Warten auf Weihnachten und die Geburt Jesu.

Gedenken an Gefallene, Verstorbene – für mich stehen diese Gedenktage für den Begriff des Abschiednehmens.

Abschied muss man als Mensch in vielfältiger Form nehmen und nicht immer betrifft es die Todesfälle in der Familie und im Freundeskreis. Der Tod ist die endgültigste Form des Abschieds, denn es bleibt einem keine Chance mehr, einem wie auch anders gelagerten „Abschied“ die Spitze zu nehmen, einen letzten Rettungsversuch zu starten.

Damit meine ich die Abschiede, die es im Leben immer wieder zu nehmen gilt: Gescheiterte Beziehungen und Ehen; Freundschaften, die sich auseinander dividieren. Ist es wirklich nicht möglich, dass sich zwei Menschen trennen, ohne einander weh zu tun? Und wenn es denn geschehen ist, dieses Verletzen-des-anderen – gibt es wirklich keine Worte wie „es tut mir leid“, „es war nicht so gemeint“ – keine Gesten, die der Trennung die Endgültigkeit und Schärfe nehmen? Die Achtung vor dem anderen, war sie nie Teil und Basis dieser wie immer auch gelagerten Beziehung?

Wir reden so unendlich oft und viel von Wertschätzung und Achtsamkeit – nur: leben wir sie auch selbst in unserem Alltag? Gehört das Verzeihen-können nicht automatisch in diese Reihe der menschlichen Fähigkeiten hinein? Wir werden mit all diesen inneren Gaben geboren, da bin ich mir sicher – mit Liebe, Verständnis, Nachsicht, Fürsorglichkeit, Nächstenliebe. Doch während wir erwachsen werden, müssen wir anderes lernen, um im Alltag dieser Ellenbogengesellschaft zu bestehen: Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Müssen wir? Gegen den Strom zu schwimmen mag anstrengend sein, aber es macht stark. Stark, um mit Menschlichkeit alle Klippen zu umschiffen.

Es gibt noch andere Abschiede in unserem Leben, die uns ganz allein betreffen, die „unsere persönlichen Abschiede“ sind. Wenn uns Krankheiten zwingen, unser bisheriges Leben zu überdenken und zu ändern, müssen wir lernen, einen Teil von uns in Liebe loszulassen.  Wenn die fehlende Gesundheit zu einem Teil von uns wird, uns einschränkt und unsere Wege umleitet, obwohl wir bisher ganz andere gingen mit viel größerer Energie – dann sind dies Abschiede, die wir in ihrer Endgültigkeit anzunehmen lernen müssen, um trotzdem ein zufriedenes Leben führen zu können.

Uns wurde nie ein Rosengarten versprochen und selbst wenn es so wäre, hätten die prachtvollsten, duftendsten Rosen zugleich die verletzendsten Dornen, denen wir tunlichst ausweichen müssten.

Der November bringt uns mit seinen grauen, kalten Tagen und der frühen Dunkelheit am Abend eine gewisse Melancholie, manchmal auch ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit oder Verloren-sein. Wer kennt diese Momente nicht…

Ganz bei sich zu sein, Vergangenes zu bewältigen, Traurigem nachzuspüren, sich von Illusionen zu verabschieden, die letzten Träume zu hegen und zu pflegen – dafür ist er die rechte Zeit, dieser November. Er geht vorüber, wie auch unsere Neuorientierung im Innersten.

Denn: Alles schwingt!

Petra, im November 2014

 

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

MANCHMAL BLEIBT NUR DER BLUES

Auf der Seele liegt zentnerschwer ein Wackerstein,

jede Tasche, um ihn tragen zu wollen, wäre zu klein.

Alles klingt nur nach Fadheit,  Lügen  und Schmus!

Der Himmel so grau wie das Seelenwetter,

weit und breit nichts zu sehen von einem Retter –

                 es gibt einfach Tage, da bleibt dir nur der Blues!                    

 

Innen drin alles auf null, Emotionen hemmend,

die Atmosphäre um dich rum zutiefst beklemmend.

Nach Spott und Hohn klingt für dich jeder Gruß!

Schaust dir selber zu, als stehst du daneben,

bist ernüchtert von diesem Gleichmaß im Leben –

manchmal gibt es Tage, da bleibt dir nur der Blues!

 

 

Egal, was du anpackst, es geht alles schief,

nichts von dem, was bisher so problemlos lief

will dir heute gelingen! Wie eine Schicht Ruß

klebt in deinen Kleidern die lähmende Trägheit,  

also nimm es so an, es wird höchste Zeit:

dies ist so ein Tag, da bleibt dir nur der Blues!

 

Ist das nicht befreiend, sich im Elend zu sühlen?

In dem eigenen Seelenmorast zu wühlen?

Also hab keine Scheu, erlaub es dir, tu´s!

Lass von echten Könnern den Blues dir spielen,

die mit jeder Note auf Wehmut zielen –

Und dann ist´s so ein Tag, da lebst du den Blues!

 

© Petra Jähnke, veröffentlicht 2012 im Lyrika Verlag in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“

 

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

 

 

Seelenstreichler

Manch ganz Unscheinbares entpuppt sich als ein Seelenstreichler.

Ein Blick im Vorübergehen in lächelnde, fremde Augen.

Ein Schmerz, der sich leise verabschiedet und dir bewusst macht, dass er Vergangenheit ist.

Ein Musikstück zur rechten Zeit, das deine Stimmung auffängt und aufhellt.

Eine Wolkendecke, die sich teilt und den Sonnenstrahlen den Weg frei macht, sodass sie wie ein Fächer aus Licht auf die Erde fallen.

Ein Duft von irgendwoher, der dich erinnert an eine ganz besondere Sekunde in deinem Leben.

Ein Freund, den du unvermutet triffst und der dir entgegen kommt mit weit ausgebreiteten Armen.

Ein Umschlag, der dich erreicht und in dem etwas ist, von dem du gesprochen hast, sagtest du hast es nicht – und nun kommt es zu dir.

Ein sanftes Hände-berühren so im Vorübergehen von dem Menschen, der deinem Herzen nahe ist – einfach so, ohne Grund.

Ein „Wie fühlst du dich?“, wenn du es selbst eigentlich gar nicht recht weißt und durch diese Frage spürst, da kennt dich jemand sehr gut.

Eine Antwort auf deine Mail, die spät in der Nacht noch kommt und dir dadurch zeigt, wie wichtig du dem anderen bist.

Es gibt so viele kleine Zeichen eines Tages – schau genau hin, wenn du wieder einmal meinst, der Himmel sei nur grau. Er ist es nicht.

Foto copyright by Zwilling

Alles schwingt!

Petra

 

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!