AN DER SCHWELLE

An der Schwelle zwischen Tag und Nacht,

wenn die letzten schwachen Sonnenstrahlen verlieren

gegen die unaufhaltsam aufsteigende Dunkelheit,

wenn die Bilder des Tages verblassen

im ersten Grau des Abends,

wenn die Bilder der Seele zaghaft

empor steigen in das Bewusstsein,

wenn ein Zwischenreich existiert

 – für kurze Zeit nur –

das die Spuren des Lichts vermischt

mit den Versprechungen der Nacht,

wenn ein Schweben möglich wird

von schwereloser Leichtigkeit,

wenn sich Gestern und Heute vermischen

im Übergang nach Morgen,

wenn alles sich löst, was war

und alles möglich scheint, was kommt,

dann ist dies die magische Stunde

der sich schärfenden Sinne,

um das Dunkel zu bannen und

die Zeit anzuhalten für

die Unendlichkeit

© Petra Jähnke, 2014

Foto © by Zwilling

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