Viele Gesichter hat die Welt

Viele Gesichter hat die Welt und die Sichtweise, wie wir auf diese Gesichter schauen, ist noch vielfältiger. Gibt es eine universelle Wahrheit oder doch viele einzelne Wahrheiten, weil jeder mit anderen Augen wahr-nimmt, was um ihn herum geschieht? Ein und dieselbe Situation kann völlig verschiedene Erzählformen annehmen, je nachdem, wer sie wie gesehen und „erlebt“ hat.

Das WIE ist in diesem Zusammenhang nicht eine Frage der Sehkraft,

sondern vielmehr eine Frage der eigenen Erlebnis- und Erfahrungswelt:

 Zwei Menschen sitzen nebeneinander auf einer Bank am Wasser, die Sonne geht langsam unter, ein einsamer Angler rudert gemächlich vorbei, sie unterhalten sich über Privates. Der eine, Paul,  hört zu, ist entspannt nach einem runden Tag. Der andere, Joost,  berichtet von einer Dauerbelastung daheim und schüttet sein Herz aus.

 

Bericht von Paul:

„Es war eine schöne Abendstunde, das Wasser glitzerte   und die untergehende Sonne spiegelte sich wunderschön, eine leichte Brise wehte vom Wasser herüber.  Es hatte sowas friedliches, als der Angler vorbei ruderte…ich musste an meine Kindheit denken und meinen verstorbenen Vater, der so gern zum Fischen hinaus fuhr.

Joost hat mir sein Herz ausgeschüttet. Ich riet ihm, nicht alles so tragisch zu nehmen, doch einfach diese Atmosphäre zu genießen, mal runter zu schalten. Ein gutes Gespräch war das heute Abend.“

 

Bericht von Joost:

„Ich weiss nicht, warum wir da sitzen mussten! Es war kalt, ein Wind blies. Die Sonne ging unter, es war schon fast dunkel, selbst der Angler hatte genug und fuhr ans Ufer, um ins Warme zu kommen! Und zugehört hat mir Joost auch nicht richtig, immer nur von zur Ruhe kommen gefaselt. Das hätte ich mir schenken können. Vertane Zeit.“

 

Beide haben ihre persönlich eingefärbte Wahrheit wiedergegeben. Sie waren zur selben Zeit am selben Ort, sahen dasselbe und trotzdem hört es sich an, als würden sie von verschiedenen Erlebnissen berichten.  Ihre Verfassung war zu unterschiedlich, ihre Seelenlage nicht zu vergleichen.

 

Ist also die Wahrheit  etwas individuell „wahr“-genommenes?

Ist sie es nicht, würde die Schlussfolgerung bedeuten, dass einer von beiden nicht die Wahrheit sagt…

© Petra Jähnke 2011

 

ALLES SCHWINGT!

Petra

 

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