Gedanken zur Ehrlichkeit und deren Grenzen

Hast du ein Bild von deinem Gegenüber, geprägt von Erfahrungen und dem, was du in ihn/sie hinein interpretierst?

Wir Menschen sind von Natur aus so angelegt, schnelle Zuordnungen durchzuführen – z.B. er/sie passt in das Schema ´unerschütterlich´- und dann auch imaginäre Stempel aufzudrücken. Solange unser Gegenüber diesem Bild, das wir von ihm haben, entspricht, ist die Welt in Ordnung.
Sie gerät ins Wanken, wenn wir in irgendeiner Situation merken, dass dieses Bild, das wir uns ´gemacht´ haben, nicht mit der Realität überein stimmt.Dass da Brüche sind, die wir nicht vereinbaren können mit dem in uns existierenden, vermeintlichen Wissen, das ´unsere´ Wahrheit ist.

Unsere Wahrheit ist subjektiv, sie basiert auf unseren Wünschen, unseren Idealen, unseren Hoffnungen. Wir sehen, empfinden und ordnen ein aus unserer persönlichen Sicht. Wenn dann ein Verhalten, eine Bemerkung, eine ehrliche Schilderung des anderen so* nicht in dieses Bild passt, ist er da, der Bruch.
Dieser Bruch entsteht jedoch nur in uns, da alles in uns beginnt. In uns beginnt die Zuneigung, die Freundschaft, das Vertrauen, ebenso wie die Erwartungen und die Trugschlüsse. die wir daraus ziehen.

Ist demnach Ehrlichkeit vorsichtig zu dosieren?
Es kommt auf die Situation an, denke ich. Bei den Frage- und Antwortspielen im Alltag bleibt es deiner Menschenkenntnis und deinem Wahrheitsbedürfnis, das du dem anderen entgegen bringst, überlassen. Nicht jeder will wirklich hören, WIE es dir geht, wenn er dich fragt. Nicht jedem wirst du berichten mögen, wie groß dein Stress heute auf der Arbeit war.

Der Einsatz von Ehrlichkeit setzt vieles voraus:
wirkliches Verstehen, echte Zuneigung, einen Kontakt auf Augenhöhe und daraus resultierend dann die wohl dosierte Portion Ehrlichkeit. Ebenso wenig wie du in jedem Fall 100% Ehrlichkeit von deinem Ehe/Lebens/Geschäfts/Gesprächs-Partner ertragen könntest, verhält es sich wahrscheinlich auch aus Sicht desjenigen dir gegenüber.

Alles ist relativ.
Deshalb höre doch einfach in dich hinein, wie viel Ehrlichkeit du deinem Gegenüber anvertrauen oder zumuten möchtest.
Nicht jeder, von dem du es dachtest, verträgt 100 Prozent.
Nicht bei jedem, von dem du meintest, er würde mit der Wahrheit aus deinem Munde nicht umgehen können, erweist sich diese Einschätzung als richtig..
Der sprichwörtliche ´Elefant im Porzellanladen´ ist im Allgemeinen keine sehr angenehme Rolle. Es sei denn, du möchtest mit einem Schuss vor den Bug klare Fronten schaffen.

Zum Glück gibt es auch die Fälle, in denen klare Fronten einer Beziehung ganz neue Impulse geben.
Denn unsere Hoffnungen, Erwartungen und Wirklichkeiten sind in uns miteinander fast untrennbar verwoben und sprechen immer ein Wort mit. Ein paar Gedanken dazu findest du auf meiner Autoren-HP unter folgendem Link:

http://www.petra-jaehnke.de/Gedankensplitter-I-_-Hoffnungen%2C-Erwartungen-und-Wirklichkeiten.htm

Alles schwingt!

Petra

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!
Ich werde antworten!

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Gedanken zur Ehrlichkeit und deren Grenzen

  1. petrajaehnke Autor

    Alles hat, wie immer im Leben, seine zwei Seiten.
    Den Säbelzahntiger würde ich unter „Urwissen-Angst-Fluchtinstinkt“ einordnen.
    Manches tragen wir halt seit unseren Altvorderen in uns herum , das unser Überleben ermöglicht hat.

    Gefällt mir

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