Gefühls-Farben Teil 3

Manche Gefühlsfarben schillern in einem Rausch von Schattierungen und machen uns fast blind. Blind vor Tränen – Tränen der Freude oder Tränen des Kummers.

Kein Leben ist nur in ruhigen Gewässern verlaufen. Kein Mensch blieb verschont von den schweren Tälern, die es zu durchqueren galt. Wir alle tragen an unserem Lebensgepäck und nein, wir tragen nicht stets geduldig und entrückt ergeben an all dem!

Wir hadern mit unserem Schicksal, wir ziehen uns zurück wie ein waidwundes Tier, wir überspielen all unsere Verwundungen mit lauter und oberflächlicher Fröhlichkeit.

Jeder hat seine ganz eigene Art, mit dem umzugehen, was uns wirklich nachhaltig formt. Die Freude, das Glück, die Sternstunden im Leben sind die Sahnehäubchen, die Leckerlis für die Seele.

Formen aber tun uns die Schwierigkeiten, die Probleme und besonders die Krankheiten und Abschiede, die es zu nehmen galt und gilt.

Jeder muss sich ihnen stellen, irgendwann. Wie es dann verarbeitet wird, ob überhaupt und wann es je möglich ist, das alles macht uns zu einem Unikat.

Denn kein anderer hat dieselben Erfahrungen zur selben Lebens-Zeit gemacht wie du. Niemand hat dieselben familiären und sozialen Umstände, die gleichen charakterlich bedingten Herangehensweisen wie du.

Nur du findest in dir die Antworten auf all deine Fragen.

Vieles, was ich sagen möchte, lässt sich für mich am besten in der komprimierten Form des Gedichts formulieren. Besonders, wenn es um eine Gefühlsnuance geht, der ich durch Worte Ausdruck verleihen möchte oder aber um ein Gefühlsfarben-Feuerwerk der ambivalentesten Nuancen.

Es gilt, sich immer wieder erneut dem eigenen, veränderten Leben zu stellen und für sich selbst eine Form zu finden, sich mit dem was ist auf den weiteren Weg zu machen, um dem entgegen zu gehen, was sein wird.

 

Alles schwingt!

Petra

 

Im Herzen ein Riss

In meinen Herzen ein breiter Riss,
tiefe Narben kreuz und quer in der Seele.
Gleich einem sichtbaren roten Schmiss,
mit dessen Heilung ich mich lange schon quäle.

Als kaum hörbaren Ton in mir drin
dieses Schwingen in sattem Moll.
Und die Fragen: was macht es für Sinn,
und was all dieser Schmerz in mir soll…

Vertrauen geschenkt, doch missbraucht.
Geliebt, doch nie recht erwidert.
Vom Mahlwerk des Lebens geschlaucht.
Falsche Freundschaft, die sich angebiedert.

Leg des Nachts eine Hand auf mein Herz,
und die andere aufs Sonnengeflecht.
Atme an gegen den inneren Schmerz,
und die Wärme wiegt alles zurecht.

Der Riss durch das Herz gibt nun Ruh,
und die Narben der Seele verstummen.
Schließt der Schlaf meine Augen mir zu,
schwingt in mir ein vertrauendes Summen.

13.10.12

© Petra Jähnke, veröffentlicht in „Mitten ins Herz – Voll auf den Punkt“
10/2013 erschienen im Lyrika Verlag

 

 

Wenn du mich in meiner Gedankenwelt besuchen kommst und dir etwas durch den Kopf geht, was du ergänzen, anzweifeln oder weitergedacht haben möchtest, kommentiere bitte!

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