Gefühls-Farben Teil 2

Heute sollen hier nun ein  paar Gedanken zur Liebe ihren Platz finden. Wieder einmal aus ganz persönlicher Sicht und in all ihren Spielarten immer geprägt von einem kräftigen Rot, das zeitweilig ins Violett tendiert oder auch gelegentlich ins Zartrosa.

Wahrscheinlich ist die Liebe, die unerfüllbar bleibt, diejenige, die einen nie mehr loslässt, denkst du nicht auch? Man kann alle seine Träume und Wünsche in sie hineininterpretieren, ohne je einen störenden Einfluss zu erleben. Man lebt in dieser Liebe so perfekt, wie es für einen selbst perfekt ist. Man hütet sie wie den größten Schatz, denn das ist sie ja auch… wertvoll ohne messbar zu sein, immens wichtig und wohltuend. Voller Harmonie, voller Glück, voller Verstehen, voller Begehren, voller Erfüllung.

Besonders gepflegt und bewahrt, wenn man in Lebensumständen feststeckt, aus denen man warum- auch-immer nicht heraus kann oder will. Dann ist eine solche Liebe die Insel, auf die man sich flüchten kann. Jeder braucht eine solche Insel. Holt man die Insel in die Realität, dann müssen beide mit denselben Vorzeichen an sie heran gehen, sonst zerstört sie sich selbst.

Nur kurz ist sie, was sie in den Träumen war…einzigartig, allumfassend. Dann kommen die Ansprüche aus der realen Welt hinzu, die eigenen Forderungen nach Ausschließlichkeit, der Anspruch: mach mich glücklich – sei für mich da! Kommt dieser Anspruch, hat die Liebe schon verloren…Glück kommt nur aus einem selbst. Wenn man gibt, ohne nehmen zu wollen, dann kann es gelingen. Will man nehmen-nehmen-nehmen ist das Ende vorprogrammiert.

Wird die Insel real und beide wissen, dass sie sie nur für kurze Zeit betreten können, dann kann es  glücklich machen. Wenn beide Träume gleich sind, dann ja. Haben die Träume aber einen verschiedenen Hintergrund, verschiedene Erwartungen, dann wird diese Insel dem nicht gewachsen sein.

Einer von beiden wird es sein, der ungewollt den vernichtenden Vulkanausbruch verursacht. Haben die Träume verschiedene Beweggründe, wird es noch komplizierter. Die Liebe des einen beruht vielleicht auf der Faszination der Sanftheit, der rehäugigen Hilflosigkeit – die Liebe des anderen vielleicht auf der Suche nach einem Rettungsanker, nach dem Drang, die Leere in sich durch Fülle zu vernichten. Beides sind egoistische Gründe, berechtigt – aber nicht „kompatibel“. Irgendwann wird die Sehnsucht nach der Erfüllung der eigenen Bedürfnisse die Insel versenken. Weil weder der eine noch der andere nehmen kann, was nicht bereitwillig gegeben wird.

Passen beide Traumwelten zusammen, kann diese Insel ein neues Festland werden. Zwei ähnlich gelagerte Träume von der Liebe haben gemeinsam alle Mächte in sich vereint. Dann macht die kleine Trauminsel unter den Füssen stark, selbst wenn man sie auch vorerst wieder verlassen muss. Dann manifestieren sich die Träume langsam aber stetig zu greifbaren Tatsachen und die Kraft, altvertrautes Festland zu verlassen, wächst.

Liebe, der Traum von ihr, ist in jedem verankert. Unerfüllte Liebe wird mit den Jahren immer perfekter, weil der Träumende kein Regulativ in der Realität hat. Je länger sie „unerfüllt“ bleibt, umso kleiner wird die Chance, sie je umsetzen zu können. Liebe ist ein Traum an sich.

Ein Traum vom Miteinander, ein Traum von Zusammenhalt, ein Traum vom ergänzenden Pendant. Mancher sucht sie ein Leben lang, ohne sie je so vorzufinden, wie er sie in sich spürt. Mancher kennt sie aus der Ferne, ohne sich je zu trauen, einen Fuß auf diese Insel zu setzen. Mancher erlebt die sich selbst vernichtende Liebe, weil er ihr die Möglichkeit gab, ein zeitbegrenztes Inseldasein zu führen und danach an den Ansprüchen der nicht gleichen Träume von Liebe scheitert.

Mancher gibt auf und zieht sich mit seinem Traum von der Liebe zurück, auf sein ganz eigenes kleines Eiland der Glückseligkeiten.

Liebe ist Leben. Liebe ist ein Begriff für viele unterschiedliche Emotionen, die gemeinsam das ausmachen, was wir Liebe nennen. Ohne Liebe sind wir tot. Tot in uns selbst, wie gefangen in einem Kerker, dessen Schlüssel wir selbst fortgeworfen haben.

Die berühmten drei Worte sind eine Metapher für ein Empfinden, das vielschichtig, alles beherrschend, unaussprechlich und unverzichtbar ist. Das Erlernen der Liebe füllt ein ganzes Menschenleben aus und wenn wir Abschied nehmen müssen vom Leben, heißt das noch lange nicht, dass jeder das Glück hatte, seinen persönlichen Liebes-Traum überhaupt für sich selbst erkannt, geschweige denn gefunden zu haben.

Es liegt sehr viel daran, was für lehrende Zeitbegleiter unseren Lebensweg kreuzen. Was sie uns vermitteln an Erfahrungen, gelebtem Leben…wie viel Rückgrat sie uns lehrten, wie viel Selbst-Bewusstsein in uns reifen konnte.Wir werden zu denen, die wir sind, durch die Geschichten der Lieben, die wir um uns sehen. Die sich auf Inseln abspielen, in Tälern, auf Höhenzügen oder aber sich im nie endenden Dauerabsturz befinden.

Der Traum von der Liebe ist die erneuerbare Energie eines jeden Menschen, aus sich selbst schöpfend, einem Perpetuum mobile gleich und das Räderwerk des Lebens in Schwung haltend.

 Alles schwingt!  

Petra

Für dies folgende Gedicht bin ich nach Mitternacht aufgestanden, weil es einfach DA war und heraus wollte

 

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