Archiv für den Monat Juni 2014

Eisbrecher

EISBRECHER

Die Seele wie tiefgefroren,

                                             Mauern um dich herum aus durchsichtigem Eis.                                          

Du wurdest doch mal geboren

als Mensch mit Emotionen, aufwühlend –heiß!

Irgendetwas geschah irgendwann,

das ließ dein Inneres erstarren zu Stein-

und keiner von außen kann

zu dir mehr heran, geschweige herein…

Nur du kannst den Panzer zerbrechen,

nur von innen heraus schmilzt dies ewige Eis-

komm, lerne wieder zu sprechen!

Und sei es zu Anfang auch wenig und leis´.

Die Mühe, sie lohnt sich,

zu bröckeln beginnen die eisigen Mauern

und du befreist dich,

mag es auch schwer sein und dauern

Und alles in dir erhebt sich,

was dich ausmacht, dich stark macht und frei!

Da drinnen, da triffst du auf dich!

Und deine Zeitrechnung beginnt wieder neu!

©Petra Jähnke, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, 2012 erschienen im Lyrika Verlag

Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich sie selbst durchlebt habe, diese Zeit hinter eisigen Mauern.Und weil ich es am eigenen Leibe, an der eigenen Seele gespürt habe: Ich allein muss zum Eisbrecher werden, um wieder in meinem Leben anzukommen…

Denn ALLES beginnt in dir selbst, alles liegt in dir begründet.

Es ist nicht wichtig, WAS dich verstummen lässt – dafür gibt es unzählige Gründe.Tiefgreifende Enttäuschungen, Verluste, schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Krankheiten, Unfälle, eine Scheidung, ein oder mehrere Todesfälle… der Grund für das Anwachsen der Mauern um dich herum ist nicht ausschlaggebend.

Wirklich wichtig ist nur, WIE du selbst damit umgehst, wenn du sie um dich fühlst. Wenn du nicht mehr teilnimmst an deinem eigenen Leben, dann sind sie entstanden, diese eiskalten Mauern. Nein, sie sind keine Dornenhecke, wie sie um Dornröschen herum  emporgewachsen ist und die von außen durch einen edlen Prinzen überwunden werden konnte. Er wird nicht kommen, dieser Ritter auf einem prachtvollen Rappen, um dir die Arbeit des Niederreißens deiner Abgrenzung abzunehmen.

Es mag sein, du siehst ihn vor dir, durch diese glasklare Mauer hindurch – aber er kann nicht vordringen bis zu dir, wenn du nicht ganz allein dafür sorgst, dass sie Risse bekommt, dass sie abbröckelt und den Weg wieder frei macht. Deinen* Weg.

Spüre dich wieder, auch wenn es schmerzt. Nimm dir die Zeit, die du brauchst für diese Kraftanstrengung, die all deine Reserven benötigen wird. Vertraue in dich selbst. Du bist stärker, als du es je vermutet, geschweige denn gewusst hast. Stärke entwickelt sich in den dunkelsten Phasen eines Lebens und sie reift heran, wie eine kleine Pflanze, die Richtung Sonne strebt.

Mag sein, du verzweifelst manchmal an dem, was dich verstummen ließ – aber es ist dein* Leben und niemand wird es für dich leben! Nur du formst aus dieser Summe aller Lektionen deine eigene Lebensenergie.

Und nur du allein wirst sie irgendwann wieder in dir spüren: diese Lebensfreude, die dich jeden einzelnen Tag mit anderen, ganz ´neuen´ Augen wahrnehmen und genießen lässt.

Denk daran, wenn es sich wieder kalt und undurchdringlich für dich anzufühlen scheint:

Alles schwingt!

 Petra

Einen weiteren Text zu diesem Thema passend findest du hier:

http://www.petra-jaehnke.de/-g-Nun-also-wieder-g-.htm

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Ich werde antworten!

Gefühls-Farben – Teil 1

Fred 64, A - Kopie

Vor einiger Zeit fragte mich eine Freundin, ob ich ihr aus meiner Sicht den Unterschied zwischen Hass und Verachtung erklären könne.

Ich denke in Bildern, Farben, Geräuschen und Gerüchen, sprich:

mit allen Sinnen auf Empfang, und so fällt meine Erklärung sehr ´persönlich gefärbt´ aus.

Hass und Verachtung,  diese beiden Gefühle sind Geschwister, allerdings sehr unterschiedlich, so verschieden wie Geschwister nur sein können.

Der Hass ist eine aufwühlende Emotion. Oft schlägt sein Gegenpart, die Liebe, um in ihn. So wie auch die Liebe eine Emotion voller aufwühlender Elemente ist, so ist es auch der Hass:

Er ist grell und durchdringend, er verursacht Abwehrreaktionen und manchmal auch Mordgelüste. Der Hass kommt laut und mit durchdringenden Tönen im Inneren daher. Nur wenn einem das auslösende Objekt des Hasses noch irgendetwas bedeutet, kann er überhaupt entstehen.

Man sieht sprichwörtlich „rot“… da ist wieder die Verbindung zur Liebe, die ja auch mit der emotionalen Farbe ROT in Zusammenhang gebracht wird… rot wärmt, erhitzt!

Hass kann wie viele kleine Blitze in einem herumtoben und ist immer eine aggressionsbildende Kraft.

Die Verachtung sieht völlig anders aus. Sie ist eine kalte Emotion und folgt dem Hass. Wenn man jemanden verachtet, sieht man ihn mit kalten Augen an, die alles sagen, was man fühlt:

nämlich nur noch dumpf klingende Ablehnung. Sie ist grau und schwer wie ein Stein. Wer verachtet, wendet sich ab, miss-achtet sein Gegenüber, jegliches Verstehen fehlt, weil  da zwei so konträre Pole keinerlei Basis mehr finden können. Ein Mantel aus Eis legt sich um das Herz …

Zwischen die beiden gehört noch eine Emotion: die Enttäuschung

zutiefst enttäuscht zu sein, tut wahnsinnig weh. Enttäuschung ist eher der Verachtung ähnlich…die Seelenfarbe ist ein Wechsel zwischen rot und grau, aber die Seelentöne schwingen noch mehr als bei der Verachtung. Wie angerissene Saiten, die Misstöne erzeugen und einem den Mantel der Trauer umlegen.

Auch bei Enttäuschung dreht man sich ab, leidet aber dabei sehr. Es kann einem kochend heiß werden, wie im Fieber äußert sich manchmal der Körper. Das Herz rast und die Traurigkeit in einem ist glühend wie das Höllenloch…

Richtig tiefgehende Ent-Täuschung zu erleben ist eine der schmerzlichsten Erfahrungen…

denn deren Basis war schlussendlich eine Selbsttäuschung, oft verbunden mit dem Gefühl der Selbsterkenntnis, die wiederum in Schamgefühl gipfeln kann.

 

Dies sind sie nun, die ersten Farben der Gefühle, denen hier Raum gegeben wird. Warum ich ausgerechnet mit diesen* beginne?

Weil sie zerstörerisch sein können, wenn wir sie nicht erkennen und uns ihnen stellen. Denn sie zerstören als allererstes uns selbst und danach….

Meinem Empfinden und Erleben nach besteht unser Leben aus Schwingungen –

Schwingungen in uns selbst und zwischen einander. Sie können positiv, aber auch negativ aufgeladen sein und deshalb werden von nun an meine Blogs mit einem besonderen Gruß enden:

Alles schwingt!

Petra

 

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Was wirklich zählt auf dieser Welt

Geld ist nicht alles – eigentlich ist es nichts, wenn es um die Qualität Deines Lebens geht.

Für Geld kann ich mir Statussymbole zulegen, meine Zukunft finanziell absichern, mir ein angenehmes Leben machen. Alles richtig – aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ich ein glücklicher Mensch bin…oder besser formuliert: dass ich ein Mensch bin, der das kleine, so unendlich bereichernde Glück im Alltag überhaupt erkennt.

Ich denke, zu einem wirklich reichen Leben gehören auch die dunklen Seiten. Zeiten von Existenzangst, Krankheit, Verlust etc. Denn diese Seelentäler durchlebt zu haben, macht erst den Blick frei für die wunderbaren Dinge, die einem das Leben schenkt.

Sicher, ich spreche jetzt aus meinem eigenen Erleben – aber da ich so ziemlich alle Täler durchqueren musste, die in einem einzigen Leben auf einen warten können, weiß ich, wovon ich spreche.

Es ist phantastisch, wenn man spürt, dass in einem TROTZ ALLEM noch so viel schlummert, was man bisher gar nicht wusste von sich selbst:

Interessen, Talente die sich neu ergeben.
Und ganz neue Menschen, die einem begegnen, die einem nahe kommen, weil da ein tiefes Verstehen ist, ein Gleichklang, der einem so wohl tun kann, wie noch nie erlebt.

Freundschaften, die entstehen und die sich anfühlen, als hätte man jemand ganz Vertrauten wiedergefunden.

Ein neues Selbst-bewusst-sein, das sich zwangsläufig einstellt im Laufe der Jahre, die wie ein steter Wechsel vom einen in den anderen ´Lernmodus´ sind.

Über all diese Erfahrungen in einem Menschenleben schreibe ich. Denn nur sie sind es, die am Ende, bei der großen Abrechnung, wirklich in die Waagschale fallen.

Einen Weg beginnen zu gehen, kann man allein. Doch er geht sich besser gemeinsam mit anderen. Wenn Du magst, dann begleite mich in Zukunft bei meinen Spaziergängen durch die menschlichen Gefühlswelten.

Und wenn Du hier kommentieren magst, dann tu es bitte. Aus einem Kommentar kann ein Dialog werden. Aus einem Dialog ein Gedankenaustausch.

Lass es uns versuchen – gehen wir durch eine neue Tür und schauen wir, was dahinter auf uns wartet!

Herzlichst,

Petra